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Mauterhöhung in Österreich und neue „Kummertabelle“ gültig ab 1.1.2017

Die Umsetzung einer der Maßnahmen des von mir geleiteten Prozesses der Gesamtverkehrsplanung im Bereich Güterverkehr und Logistik, nämlich die frühzeitige Veröffentlichung der Mauttarife, hat in diesem Jahr dazu geführt, dass die Bundesregierung die Mauttarifverordnung 2016, die die ab 1.1.2017 geltenden Mauttarife enthält, schon im September beschlossen hat. Dies ist die gute Nachricht, da die Mauterhöhungen so in die Preisverhandlungen einfließen können. Im Rahmen der Umsetzung der Wegekostenrichtlinie wurden auch die Lärmkosten durch einen differenzierten Tag- und Nachtarif (22:00 bis 5:00) eingeführt. Die neuen Mauttarife finden Sie in nachfolgender Tabelle

LKW-Mauttarife ab 1.1.2017

2 Achsen

3 Achsen

4 u. mehr Achsen

Tag

Nacht

Tag

Nacht

Tag

Nacht

A

EURO-Emissionsklasse EURO VI

17,80

17,84

24,98

25,08

37,44

37,55

B

EURO-Emissionsklassen EURO V u. EEV

19,66

19,70

27,59

27,68

40,66

40,77

C

EURO-Emissionsklasse EURO IV

20,29

20,33

28,47

28,56

41,67

41,78

D

EURO-Emissionsklassen EURO 0 bis III

22,29

22,33

31,27

31,36

44,87

44,98

Tabelle 1: LKW-Mautsätze in Österreich ab 1.1.2017 in Eurocent (ohne USt)

Die schlechte Nachricht ist, dass die Maut für die umweltfreundlichen EURO 6 und EEV LKW zweistellig angehoben wird, während die Maut für weniger umweltfreundliche LKW (EURO 0-3) kaum angehoben wird. Dies bedeutet, dass Unternehmen, die umweltfreundliche Fuhrparks einsetzen, stärkeren Kostenerhöhungen ausgesetzt sind als solche mit älteren Fuhrparks. Da ein Großteil der mautpflichtigen Fahrten mit EURO 6 und EEV durchgeführt wird, bedeutet dies in der Modellierung der Kummertabelle, die von einem durchschnittlichen Fuhrpark ausgeht, vor allem für die längeren Distanzen eine erhebliche Mauterhöhung.

Tarif-klasse

Emissions-klassen

4 u. mehr Achsen

2016

2017

relative Veränderung

Tag

Nacht

Tag

Nacht

A

Euro 6

32,97

37,44

37,55

13,55%

13,90%

B

EEV

36,12

40,66

40,77

12,56%

12,88%

C

Euro 4,5

39,90

41,67

41,78

4,42%

4,71%

D

Euro 0-3

44,73

44,87

44,98

0,30%

0,56%

Tabelle 2: Steigerung der LKW-Mautsätze in Österreich von 2016 auf 2017 in Österreich

Seit Einführung der Kummertabelle im Jahr 2013 wurde die Systematik für Österreich nicht angepasst, da die Stabilität und Einfachheit der Berechnung einen großen Wert darstellt. Aus zwei Gründen haben wir die Mauterhöhung zum Anlass genommen, die Systematik leicht anzupassen

a)    In den vergangenen Jahren wurden einige Bundesstraßen in mautpflichtige Schnellstraßen umgewandelt und neue Autobahnen gebaut.

b)    Die Annahme, dass 80 % der Strecken auf mautpflichtigen Straßen zurückgelegt wird, unterschätzt die Mautkosten von längeren Strecken und überschätzt die Kosten der kurzen Strecken.

Wie auch für die anderen Länder haben wir für die ab 1.1.2017 für Österreich gültige Kummertabelle nun in Abhängigkeit von der Entfernung den Anteil an mautpflichtigen Straßen sowie den Leerfahrtenanteil modelliert. Die Entfernungszonen haben wir ebenso wie die Entfernungstabelle nicht verändert.

Die Kostensteigerungen sind in unserer Modellierung sehr unterschiedlich bezüglich der Entfernungsklassen. Die niedrigen Zonen profitieren davon, dass es hier vermehrt zu einem Einsatz umweltfreundlicher LKW und somit zu niedrigeren Mautzahlungen kommt. Bei längeren Distanzen werden ohnehin schon in einem großem Umfang EURO 6 und EEV Fahrzeuge eingesetzt, deswegen ist hier die Steigerung deutlich höher.

Im Anhang finden Sie die Kosten für das Update der Kummertabellen. Wie immer gilt der Preis für die elektronische Version auch für ggf. kommende Updates anderer Länder. Wir erwarten Kostensteigerungen für die Schweiz und aufgrund der Ausweitung des Mautpflichtigen Straßennetzes für Polen.

Wir verstehen die Kummertabellen als eine Serviceleistung für die Transportwirtschaft. Deswegen sind die Kosten sehr niedrig angesetzt, bitte nutzen Sie die Tabellen deswegen nicht ohne eine Lizenz für die elektronische Nutzung oder die Tabellen im Ausdruck zu erwerben. Eine Preisliste finden Sie als Attachment.

In den vergangenen Jahren haben einige Logistikdienstleister eigne Tabellen mit zum Teil deutlich höheren Werten herausgegeben. Die „Kummertabellen“ enthalten nach wie vor keine Gewinnzuschläge, sondern sind die Basis für eine faire Kostenverrechnung. Ich denke, dass die österreichische Transportwirtschaft und die österreichischen Verlader damit in den vergangenen 13 Jahren gut gefahren sind.


 

 

Kummertabelle

Tabellen zur Berechnung der Kosten im Speditionssammelgut- und Teilladungsverkehr

1. Österreichische Maut

Die Mautanpassungen in Österreich betragen Euro 6 -3,7 %; EEV +1,8; Euro 4/5 + 1,62, Euro 0-3 + 1,44. Berücksichtigt man, dass sich der Fahrzeugmix ändert, kommt es bei den kurzen Distanzen zu einer leichten Erhöhung, bei längeren Distanzen, zu einer Senkung der Mautkosten. Minister Stöger sprach sogar von einer Entlastung der Wirtschaft um 24 Mio. Deswegen wird die österreichische Kummertabelle 2014, die ja eine deutliche Erhöhung zu 2015 darstellte nicht angepassen.

 

4 und Mehrachser

 

 

Tarifklasse

Emissions-klassen

2014

2015

Relative Veränderung

 
 

A

Euro 6

34,02

32,76

-3,70%

 

B

EEV

35,07

35,70

1,80%

 

C

Euro 4,5

38,85

39,48

1,62%

 

D

Euro 0-3

43,68

44,31

1,44%

 

Relative Steigerung der Lkw-Mautsätze in Österreich von 2014 auf 2015.

 

2. Tschechische Maut

In Tschechien wird ab dem 1.1.2015 die Struktur des Mautsystems verändert und die Mauten für die Euroklassen III-V erhöht, wodurch es bei den Euroklassen III (+ 8,23 %), IV (8,23 %) und V (9,71 %) zu deutlichen Mauterhöhungen kommt. Dies macht eine Neuberechnung der Mauttabellen notwendig. Vom 31.12.2014 zum 1.1.2015 ist Mauterhöhung beträchtlich. Berücksichtigt man, dass die Maut seit 1.1.2012 nicht angepasst wurde und dass sich seitdem und in Zukunft der Fahrzeugmix stark geändert hat, so ist die Mauterhöhung 1.1.2012 zu 1.1.2015 moderat.

3. Deutsche Maut

Seit 01.10.2015 gibt es für die deutsche LKW Maut folgende Änderungen:

·         Ausdehnung der Mautpflicht auf weitere circa 1.100 Kilometer vier streifige Bundesstraßen (bereits ab 1.7.2015).

·         Absenkung der Mautpflichtgrenze von derzeit 12 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht (t zGG) auf 7,5 t zGG ab 1. Oktober 2015

·         Erhöhung der Anzahl der Achsklassen. Anstelle der zuvor geltenden zwei Achskategorien „bis drei Achsen“, „ab vier Achsen“ gibt es ab 1.10.2015 die vier Achskategorien „zwei Achsen“, „drei Achsen“, „vier Achsen“ sowie „ fünf Achsen und mehr“.

·         Neue Mautsätze ab 1. Oktober 2015

Die Steigerung der Maut durch die Maßnahmen ab 1.10.2015 ist gegenüber dem 31.9.2015 zwar erheblich, aber gegenüber dem 31.12.2014 nur geringfügig. Allerdings sind die Verkehre, die von der Mautveränderung in Deutschland betroffen sind unterschiedlich. Die Absenkung der Mautgrenze und die Ausweitung der Mautpflichtigen Straßen betrifft vor allem die Vor- und Nachläufe. Bei den Hauptläufen und auch bei der überwiegenden Mehrzahl der Teilladungsverkehre ergibt sich, wenn man berücksichtigt dass im Durchschnitt der Anteil der hohen Euro-Klassen steigt, zum 1.10.2015 gegenüber 2014 keine Mauterhöhung. In Einzelfällen, z.B. wenn keine neuen Fahrzeuge gekauft wurden und der Fuhrpark nur aus 5 Achs-Fahrzeugen der Kategorie B besteht, kann es auch hier zu einer Erhöhung kommen. Da im wesentlichen Vor- und Nachläufe sowie bei einigen Kunden Fahrten über neue Mautpflichtige Strecken höhere Mautkosten aufweisen, erhöhen sich die Mautkosten kleiner Sendungen über kurze Distanzen wohingegen schwere Sendungen (insbesondere Teilladungen) über lange Distanzen im Vergleich mit der Kummertabelle aus 2012 geringere Mautkosten aufweisen. Insgesamt ergibt sich im Stückgutbereich eine leichte Erhöhung der Kosten, im Teilladungsbereich sinken die durchschnittlichen Mautkosten gegenüber der letzten veröffentlichten Mauttabelle.

Die Preise für den Erwerb und die Updates der Kummertabellen finden Sie HIER.

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