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Informationen zur deutschen Maut und „Kummertabelle“, gültig ab 1.7.2018

Die deutsche Bundesregierung hat beschlossen, ab 1.7.2018 das mautpflichtige Straßennetz, von derzeit 12.800 km Bundesautobahnen + 2.300 km autobahnähnlichen Bundesstraßen, auf „rund 40.000 km auf allen Bundestraßen“ auszuweiten (in Summe ergeben sich dadurch ca. 52.800 km bemautete Straßen).

Gemeinsam mit der beschlossenen Mauterhöhung zum 1.1.2019 kommt es zu erheblichen strukturellen und preislichen Änderungen in der deutschen Lkw-Maut. Als deren Resultat erwartet die deutsche Bundesregierung eine Erhöhung der Mauteinnahmen um ca. 70 %!!! (d.h. eine Steigerung von 4,8 auf 7,2 Mrd. €). Transportunternehmen, Logistikdienstleister und die Verlader müssen sich darauf vorbereiten. Um ihnen dabei zu helfen und einen fairen Preis für die Mautkostenverrechnung zu ermöglichen, ist die Kummertabelle für Deutschland komplett überarbeitet worden.

Achtung: Da bisher nur die Ausweitung der Maut auf die Bundesstraßen rechtskräftig beschlossen wurde, wird in einem ersten Schritt die Tabelle, die ab 1.7.2018 gültig ist, veröffentlicht. Zum 1.1.2019 wird es dann nochmals eine deutlich stärkere Erhöhung geben, diese wird in einer weiteren Tabelle abgebildet. Die Grundannahmen und Methoden der Kummertabelle für Deutschland wie auch die neuen Entfernungstabellen und die neuen Kostentabellen finden Sie in dem Gutachten zu den Tabellen. Anbei vorab einige Erläuterungen:

Wir haben die Sammelgut- und Teilladungssendungen in Deutschland modelliert und die Kostensteigerungen berechnet. Die Herausforderung bei der Modellierung der flächendeckenden Ausweitung der Maut ist, dass diese sich vor allem bei den Vor- und Nachläufen kostensteigernd auswirkt.

Im Sinne einer einfachen und nachvollziehbaren Logistik haben wir die unterschiedlichen Kostensteigerungen wie folgt abgebildet:

Neue Zonentabellen

  • Entsprechend der Logik der Kummertabelle für Deutschland kommen Relationen bei denen früher mautfreie Bundesstraßen verwendet wurden, die ab 1.7.2018 mautpflich­tig werden, nun ggf. in eine höhere Mautklasse. Außer­dem gibt es aufgrund der mautpflichtigen Bundesstraßen nun Mautentfernungen, die mehr Mautkm aufweisen, als die Zonenobergrenze der „alten“ Zone 12, deswegen haben wir eine neue Zone 12 eingeführt.
  • Um die erhöhten Kosten aufgrund der Bemautung der Bundesstraßen zu berücksichtigen, verwenden wir in der Zonentabelle für jede zweistellige Postleitzahl einen spezifischen km-Aufschlag. Dieser hängt von den durchschnittlich gefahrenen Vor- und Nachlauf-km in dieser PLZ ab. Allerdings hängen die gefahrenen km im Vor- und Nachlauf sehr stark von der Hubstruktur des Logistikdienstleisters ab. Wir haben die Hubstrukturen deutscher Logistikdienstleister analysiert und typische Hubstrukturen bei der Berechnung der Vor- und Nachläufe berücksichtigt.
  • Da die Vor- und Nachläufe den Bereich der Sammelladungen betreffen, haben wir nun zwei Zonentabellen entwickelt. Eine Zonentabelle für Sendungen ≤ 2t und eine Zonentabelle für Sendungen > 2 t.

Um die Tabelle einfacher zu handhaben und Scheingenauigkeiten zu beseitigen, haben wir die Zonenstruktur dahingehend verändert, dass wir die (alten) Zonen 0,1,2,3,4 und 5 zu vier Zonen 1,2,3,4 konsolidiert haben. Die „alte“ Zone 6 wird Zone 5; 7 zu 6; 8 zu 7; 9 zu 10; 10 zu 11; und 12 zu 11.

Neue Kostentabellen

  • Die Zustellung und Abholung der Sendungen erfolgt aufgrund der Ausdehnung der Maut auf die Bundesstraßen nun häufig auf mautpflichtigen Strecken. Neben der Berücksichtigung der regionenspezifischen Länge der Vor- und Nachläufe in der Zonentabelle ziehen wir diesen Effekt durch die Einführung eines fixen Sendungszuschlags mit ein (ähnlich einem „Mautrollgeld“).

 Die entfernungsabhängigen Hubaufschläge (je größer die Distanz ist, desto geringer ist der prozentuale Aufschlag) bleiben weitestgehend erhalten.

Fuhrparkmix

Eine weitere Herausforderung ist, dass die Mautpreise in Deutschland seit 2015 nicht verändert wurden,  sich aber seitdem der Fahrzeugmix sehr stark hin zu EURO 6 Fahrzeugen entwickelt hat. Während bei der Berechnung der Tabelle aus 2015 noch von einem niedrigen Anteil an EURO 6 Fahrzeugen ausgegangen wurde, so muss man heute realistischerweise annehmen, dass die Hauptläufe überwiegend mit EURO 6 Fahrzeugen gefahren werden. Da diese aber bisher deutlich weniger Maut bezahlen als die 2015 im Hauptlauf eingesetzten Fahrzeuge, sind die Mautkosten seit 2015 aufgrund der Veränderung des Fahrzeugmix gesunken (EURO 6 Fahrzeuge waren erst ab Ende 2014 verfügbar und wurden erst ab dem Jahr 2015 in größeren Stückzahlen ausgeliefert, wobei einige Transportunternehmen 2015 noch EEV Fahrzeuge angeschafft haben. Seit 2016 sind EURO 6 Fahrzeuge bei Neuzulassungen verpflichtend). 

Dies führt dazu, dass im Vergleich von 2015 zum 1.7.2018 die Mautsenkungen aufgrund der Veränderung des Fahrzeugmix die Mautsteigerungen wegen der Einführung der Maut auf den Bundesstraßen kompensieren können. Besonders stark ist dieser Effekt natürlich bei Teilladungen über lange Strecken, bei denen es keine Vor- und Nachläufe gibt.

Bei einer Betrachtung vom 30.6.2018 auf den 1.7.2018 ergibt sich natürlich auch bei langen Strecken eine Steigerung der Kosten. Eine faire Berechnung der Kosten muss die kostensenkende Wirkung der Veränderung des Fahrzeugmix, die von 2015 bis 2018 stattgefunden hat, mitberücksichtigen. Tut man dies, so kompensiert dieser Effekt bei hohen Gewichten und langen Distanzen zum Teil die mautsteigernde Wirkung der Ausdehnung des mautpflichtigen Netzes. Bei kurzen Distanzen und niedrigen Gewichten steigen die Mautkosten jedoch erheblich.

Durchschnittliche Mautsteigerung

Eine durchschnittliche Steigerung zu berechnen ist nahezu unmöglich, da sich diese aus der veränderten Zonenzuordnung und der veränderten Kostentabelle ergibt. Berücksichtigt man alle Effekte, also die Kostensteigerung aufgrund der Ausdehnung der Maut auf deutschen Bundesstraßen und die Kostendämpfung aufgrund der Veränderung des Fuhrparkmix, so würde ich die Mautsteigerung im Sammelgutbereich auf ca. 16 % schätzen. Bei den Teilladungsverkehren ist sie zum 1.7.2018 deutlich geringer, was sich aber zum 1.1.2019 deutlich verändern wird.

Ausblick auf Mautkostenerhöhung zum 1.1.2019

Die aufgrund der Beschlüsse der Bundesregierung zu erwartenden, wesentlichen Änderungen ab 1.1.2019 sind:

  • Zusätzlich zu den externen Kosten aus Luftverschmutzung (in Deutschland seit 1.1.2015 Bestandteil der Maut) werden die Kosten der Lärmbelastung ab 1.1.2019 erhoben.
  • Aufgrund eines neuen Wegekostengutachtens wird die Maut erheblich angehoben.
  • Es werden neue Gewichtsklassen eingeführt.
  • Als Anreiz für Elektro-Lkw werden diese von der Lkw-Maut befreit.

Allerdings wird es zum 1.1.2019 mit sehr großer Wahrscheinlichkeit zu einer erheblich größeren Mautsteigerung in Höhe von ca. 35 % kommen. Hier wird der Effekt genau umgekehrt sein. Lange, schwere Sendungen und lange Distanzen verteuern sich tendenziell stärker. Kurze Sendungen mit hohen Vor und Nachlaufanteil fallen tendenziell geringer aus, da hier die Fuhrparkeffekte (Einsatz älterer Fahrzeuge bei Vor- und Nachläufen) sich dämpfend auf die Mautsteigerung auswirken.

Die Tabellen zur Berechnung der Kosten der deutschen Lkw-Maut im Spediteurssammelgut- und Teilladungsverkehr ab 1.7.2018 sind ab sofort elektronisch und als Druckversion verfügbar. Rückfragen und Bestellungen
unter ZTL GmbH per e-mail: office@ztl.at oder per Telefon: +4367682134590


 

Kummertabelle für Österreich ab 1.1.2018

Leider verabschiedete die Bundesregierung die Mauttarifverordnung 2017, die ab 1.1.2018 geltenden Mauttarife erst am 28.11.2017. Einen Überblick über die ab 1.1.2018 Mauttarife gibt die nachstehende Tabelle.

LKW-Mauttarife ab 1.1.2018

2 Achsen

3 Achsen

4 u. mehr Achsen

Tag

Nacht

Tag

Nacht

Tag

Nacht

A

EURO-Emissionsklasse EURO VI

0,1810

0,1814

0,254

0,2549

0,3806

0,3818

B

EURO-Emissionsklassen EURO V u. EEV

0,1984

0,1988

0,2784

0,2793

0,4103

0,4115

C

EURO-Emissionsklasse EURO IV

0,2047

0,2051

0,2872

0,2881

0,4204

0,4216

D

EURO-Emissionsklassen EURO 0 bis III

0,2247

0,2251

0,3152

0,3161

0,4524

0,4536

Tabelle 1: LKW-Mautsätze in Österreich ab 1.1.2018 in Eurocent (ohne USt)

Die Bundesregierung hat sich – wie auch im Vorjahr – dazu entschlossen, die Maut für die umweltfreund­lichen EURO 6 deutlich stärker anzuheben als die Maut für weniger umweltfreundliche LKW. Dies bedeutet, dass Unternehmen, die umweltfreundliche Fuhrparks einsetzen, stärkeren Kostenerhöhungen ausgesetzt sind als solche mit älteren Fuhrparks. Da ein Großteil der mautpflichtigen Fahrten mit EURO 6 durchgeführt wird, bedeutet dies in der Modellierung der Kummertabelle, die von einem durchschnittlichen Fuhrpark ausgeht, vor allem für die längeren Distanzen eine deutlich höhere Mauterhöhung als die veröffentlichten 1%. Da im Nahverkehr mehr ältere Fahrzeuge eingesetzt werden, ist die Kostensteigerung aufgrund der Mauterhöhung hier geringer.

Tarif-
klasse

Emissions-
klassen

4 u. mehr Achsen

2017

2018

relative Veränderung

Tag

Nacht

Tag

Nacht

Tag

Nacht

A

Euro 6

37,436

37,552

38,06

38,18

1,67%

1,67%

B

EEV

40,657

40,773

41,03

41,15

0,92%

0,92%

Euro 5

40,657

40,773

41,03

41,15

0,92%

0,92%

C

Euro 4

41,665

41,781

42,04

42,16

0,90%

0,91%

D

Euro 0-3

44,865

44,981

45,24

45,36

0,84%

0,84%

Tabelle 2: Steigerung der LKW-Mautsätze in Österreich von 2017 auf 2018 in Österreich

Wie auch für die anderen Länder haben wir für die ab 1.1.2018 für Österreich gültige Kummertabelle nun in Abhängigkeit von der Entfernung den Anteil an mautpflichtigen Straßen sowie den Leerfahrtenanteil modelliert.

Die Entfernungszonen haben wir ebenso wie die Entfernungstabelle nicht verändert.

Die Kostensteigerungen sind in unserer Modellierung sehr unterschiedlich bezüglich der Entfernungsklassen. Die niedrigen Zonen profitieren davon, dass es hier vermehrt zu einem Einsatz umweltfreundlicher LKW und somit zu niedrigeren Mautzahlungen kommt.

Bei längeren Distanzen werden ohnehin schon in einem großen Umfang EURO 6 Fahrzeuge eingesetzt, deswegen ist hier die Steigerung deutlich höher.

Wir verstehen die Kummertabellen als eine Serviceleistung für die Transportwirtschaft. Deswegen sind die Kosten sehr niedrig angesetzt.

In den vergangenen Jahren haben einige Logistikdienstleister eigene Tabellen mit zum Teil deutlich höheren Werten herausgegeben. Die „Kummertabellen“ enthalten nach wie vor keine Gewinnzuschläge,sondern sind die Basis für eine faire Kostenverrechnung. Ich denke, dass die österreichische Transportwirtschaft und die österreichischen Verlader damit in den vergangenen 13 Jahren gut gefahren sind.


 

Mauterhöhung in Österreich und neue „Kummertabelle“ gültig ab 1.1.2017

Die Umsetzung einer der Maßnahmen des von mir geleiteten Prozesses der Gesamtverkehrsplanung im Bereich Güterverkehr und Logistik, nämlich die frühzeitige Veröffentlichung der Mauttarife, hat in diesem Jahr dazu geführt, dass die Bundesregierung die Mauttarifverordnung 2016, die die ab 1.1.2017 geltenden Mauttarife enthält, schon im September beschlossen hat. Dies ist die gute Nachricht, da die Mauterhöhungen so in die Preisverhandlungen einfließen können. Im Rahmen der Umsetzung der Wegekostenrichtlinie wurden auch die Lärmkosten durch einen differenzierten Tag- und Nachtarif (22:00 bis 5:00) eingeführt. Die neuen Mauttarife finden Sie in nachfolgender Tabelle

LKW-Mauttarife ab 1.1.2017

2 Achsen

3 Achsen

4 u. mehr Achsen

Tag

Nacht

Tag

Nacht

Tag

Nacht

A

EURO-Emissionsklasse EURO VI

17,80

17,84

24,98

25,08

37,44

37,55

B

EURO-Emissionsklassen EURO V u. EEV

19,66

19,70

27,59

27,68

40,66

40,77

C

EURO-Emissionsklasse EURO IV

20,29

20,33

28,47

28,56

41,67

41,78

D

EURO-Emissionsklassen EURO 0 bis III

22,29

22,33

31,27

31,36

44,87

44,98

Tabelle 1: LKW-Mautsätze in Österreich ab 1.1.2017 in Eurocent (ohne USt)

Die schlechte Nachricht ist, dass die Maut für die umweltfreundlichen EURO 6 und EEV LKW zweistellig angehoben wird, während die Maut für weniger umweltfreundliche LKW (EURO 0-3) kaum angehoben wird. Dies bedeutet, dass Unternehmen, die umweltfreundliche Fuhrparks einsetzen, stärkeren Kostenerhöhungen ausgesetzt sind als solche mit älteren Fuhrparks. Da ein Großteil der mautpflichtigen Fahrten mit EURO 6 und EEV durchgeführt wird, bedeutet dies in der Modellierung der Kummertabelle, die von einem durchschnittlichen Fuhrpark ausgeht, vor allem für die längeren Distanzen eine erhebliche Mauterhöhung.

Tarif-klasse

Emissions-klassen

4 u. mehr Achsen

2016

2017

relative Veränderung

Tag

Nacht

Tag

Nacht

A

Euro 6

32,97

37,44

37,55

13,55%

13,90%

B

EEV

36,12

40,66

40,77

12,56%

12,88%

C

Euro 4,5

39,90

41,67

41,78

4,42%

4,71%

D

Euro 0-3

44,73

44,87

44,98

0,30%

0,56%

Tabelle 2: Steigerung der LKW-Mautsätze in Österreich von 2016 auf 2017 in Österreich

Seit Einführung der Kummertabelle im Jahr 2013 wurde die Systematik für Österreich nicht angepasst, da die Stabilität und Einfachheit der Berechnung einen großen Wert darstellt. Aus zwei Gründen haben wir die Mauterhöhung zum Anlass genommen, die Systematik leicht anzupassen

a)    In den vergangenen Jahren wurden einige Bundesstraßen in mautpflichtige Schnellstraßen umgewandelt und neue Autobahnen gebaut.

b)    Die Annahme, dass 80 % der Strecken auf mautpflichtigen Straßen zurückgelegt wird, unterschätzt die Mautkosten von längeren Strecken und überschätzt die Kosten der kurzen Strecken.

Wie auch für die anderen Länder haben wir für die ab 1.1.2017 für Österreich gültige Kummertabelle nun in Abhängigkeit von der Entfernung den Anteil an mautpflichtigen Straßen sowie den Leerfahrtenanteil modelliert. Die Entfernungszonen haben wir ebenso wie die Entfernungstabelle nicht verändert.

Die Kostensteigerungen sind in unserer Modellierung sehr unterschiedlich bezüglich der Entfernungsklassen. Die niedrigen Zonen profitieren davon, dass es hier vermehrt zu einem Einsatz umweltfreundlicher LKW und somit zu niedrigeren Mautzahlungen kommt. Bei längeren Distanzen werden ohnehin schon in einem großem Umfang EURO 6 und EEV Fahrzeuge eingesetzt, deswegen ist hier die Steigerung deutlich höher.

Im Anhang finden Sie die Kosten für das Update der Kummertabellen. Wie immer gilt der Preis für die elektronische Version auch für ggf. kommende Updates anderer Länder. Wir erwarten Kostensteigerungen für die Schweiz und aufgrund der Ausweitung des Mautpflichtigen Straßennetzes für Polen.

Wir verstehen die Kummertabellen als eine Serviceleistung für die Transportwirtschaft. Deswegen sind die Kosten sehr niedrig angesetzt, bitte nutzen Sie die Tabellen deswegen nicht ohne eine Lizenz für die elektronische Nutzung oder die Tabellen im Ausdruck zu erwerben. Eine Preisliste finden Sie als Attachment.

In den vergangenen Jahren haben einige Logistikdienstleister eigne Tabellen mit zum Teil deutlich höheren Werten herausgegeben. Die „Kummertabellen“ enthalten nach wie vor keine Gewinnzuschläge, sondern sind die Basis für eine faire Kostenverrechnung. Ich denke, dass die österreichische Transportwirtschaft und die österreichischen Verlader damit in den vergangenen 13 Jahren gut gefahren sind.


 

 

Kummertabelle

Tabellen zur Berechnung der Kosten im Speditionssammelgut- und Teilladungsverkehr

1. Österreichische Maut

Die Mautanpassungen in Österreich betragen Euro 6 -3,7 %; EEV +1,8; Euro 4/5 + 1,62, Euro 0-3 + 1,44. Berücksichtigt man, dass sich der Fahrzeugmix ändert, kommt es bei den kurzen Distanzen zu einer leichten Erhöhung, bei längeren Distanzen, zu einer Senkung der Mautkosten. Minister Stöger sprach sogar von einer Entlastung der Wirtschaft um 24 Mio. Deswegen wird die österreichische Kummertabelle 2014, die ja eine deutliche Erhöhung zu 2015 darstellte nicht angepassen.

 

4 und Mehrachser

 

 

Tarifklasse

Emissions-klassen

2014

2015

Relative Veränderung

 
 

A

Euro 6

34,02

32,76

-3,70%

 

B

EEV

35,07

35,70

1,80%

 

C

Euro 4,5

38,85

39,48

1,62%

 

D

Euro 0-3

43,68

44,31

1,44%

 

Relative Steigerung der Lkw-Mautsätze in Österreich von 2014 auf 2015.

 

2. Tschechische Maut

In Tschechien wird ab dem 1.1.2015 die Struktur des Mautsystems verändert und die Mauten für die Euroklassen III-V erhöht, wodurch es bei den Euroklassen III (+ 8,23 %), IV (8,23 %) und V (9,71 %) zu deutlichen Mauterhöhungen kommt. Dies macht eine Neuberechnung der Mauttabellen notwendig. Vom 31.12.2014 zum 1.1.2015 ist Mauterhöhung beträchtlich. Berücksichtigt man, dass die Maut seit 1.1.2012 nicht angepasst wurde und dass sich seitdem und in Zukunft der Fahrzeugmix stark geändert hat, so ist die Mauterhöhung 1.1.2012 zu 1.1.2015 moderat.

3. Deutsche Maut

Seit 01.10.2015 gibt es für die deutsche LKW Maut folgende Änderungen:

·         Ausdehnung der Mautpflicht auf weitere circa 1.100 Kilometer vier streifige Bundesstraßen (bereits ab 1.7.2015).

·         Absenkung der Mautpflichtgrenze von derzeit 12 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht (t zGG) auf 7,5 t zGG ab 1. Oktober 2015

·         Erhöhung der Anzahl der Achsklassen. Anstelle der zuvor geltenden zwei Achskategorien „bis drei Achsen“, „ab vier Achsen“ gibt es ab 1.10.2015 die vier Achskategorien „zwei Achsen“, „drei Achsen“, „vier Achsen“ sowie „ fünf Achsen und mehr“.

·         Neue Mautsätze ab 1. Oktober 2015

Die Steigerung der Maut durch die Maßnahmen ab 1.10.2015 ist gegenüber dem 31.9.2015 zwar erheblich, aber gegenüber dem 31.12.2014 nur geringfügig. Allerdings sind die Verkehre, die von der Mautveränderung in Deutschland betroffen sind unterschiedlich. Die Absenkung der Mautgrenze und die Ausweitung der Mautpflichtigen Straßen betrifft vor allem die Vor- und Nachläufe. Bei den Hauptläufen und auch bei der überwiegenden Mehrzahl der Teilladungsverkehre ergibt sich, wenn man berücksichtigt dass im Durchschnitt der Anteil der hohen Euro-Klassen steigt, zum 1.10.2015 gegenüber 2014 keine Mauterhöhung. In Einzelfällen, z.B. wenn keine neuen Fahrzeuge gekauft wurden und der Fuhrpark nur aus 5 Achs-Fahrzeugen der Kategorie B besteht, kann es auch hier zu einer Erhöhung kommen. Da im wesentlichen Vor- und Nachläufe sowie bei einigen Kunden Fahrten über neue Mautpflichtige Strecken höhere Mautkosten aufweisen, erhöhen sich die Mautkosten kleiner Sendungen über kurze Distanzen wohingegen schwere Sendungen (insbesondere Teilladungen) über lange Distanzen im Vergleich mit der Kummertabelle aus 2012 geringere Mautkosten aufweisen. Insgesamt ergibt sich im Stückgutbereich eine leichte Erhöhung der Kosten, im Teilladungsbereich sinken die durchschnittlichen Mautkosten gegenüber der letzten veröffentlichten Mauttabelle.

Die Preise für den Erwerb und die Updates der Kummertabellen finden Sie HIER.

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