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Markit/BME Einkaufsmanager Index (EMI)

Der Markit/BME Einkaufsmanager Index (EMI) gibt einen allgemeinen Überblick über die konjunkturelle Lage in der deutschen Industrie. Der Index erscheint seit 1996 unter Schirmherrschaft des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), Frankfurt. Er wird vom Anbieter von Unternehmens-, Finanz- und Wirtschaftsinformationen IHS Markit mit Hauptsitz in London erstellt und beruht auf der Befragung von 500 Einkaufsleitern/Geschäftsführern der verarbeitenden Industrie in Deutschland (nach Branche, Größe, Region repräsentativ für die deutsche Wirtschaft ausgewählt). Der EMI orientiert sich am Vorbild des US-Purchasing Manager´s Index (Markit U.S.-PMI).

Weitere Infos/Interview-Anfragen zum EMI:

Frank Rösch
Leiter Presse und Kommunikation
Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME)
Bolongarostraße 82
D-65929 Frankfurt
Tel.: 0 69/3 08 38-1 10
Mobil: 01 63/308 38 00
E-Mail: frank.roesch@bme.de
Internet: www.bme.de/emi



 

EMI: Industrie trotz globaler Risiken weiter auf Wachstumskurs

Eschborn, 04.09.2018: Die deutschen Industrieunternehmen verzeichneten im August solide Zuwächse bei Produktion und Beschäftigung. Allerdings wuchsen die Neuaufträge weniger stark als im Vormonat und die anhaltenden politischen Spannungen auf globaler Ebene dämpften die Geschäftsaussichten leicht. Zudem fiel das Plus bei den Exportaufträgen so gering aus wie seit über zwei Jahren nicht mehr. Das signalisiert der finale saisonbereinigte IHS Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI), der im August bei 55,9 Punkten und damit 1,0 Zähler unter dem Wert vom Vormonat notierte. Zusammen mit dem Wert vom Juni dieses Jahres ist das der niedrigste Index seit achtzehn Monaten. Gleichzeitig liegt das wichtige Konjunkturbarometer bereits seit mehr als dreieinhalb Jahren über der 50-Punkte-Referenzlinie und ist damit ein Beleg für das anhaltend robuste Wachstum der deutschen Industrie.

Der PMI spiegelt das Ergebnis der August-Umfrage zur Konjunkturlage in der deutschen Industrie in einem Wert wider. Eine EMI-Notierung unter der Referenzlinie von 50 zeigt an, dass die Geschäfte des Verarbeitenden Gewerbes im Vergleich zum Vormonat schrumpften; Werte über 50 signalisieren Wachstum. Ein Index von 50 bedeutet keine Veränderung zum Vormonat.

„Die wachsenden internationalen Spannungen können dem Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland offenbar nur wenig anhaben. Das belegen die finalen EMI-Daten für den Berichtsmonat August“, betonte Dr. Silvius Grobosch, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), am Dienstag in Frankfurt. Dennoch seien die von ihnen ausgehenden Gefahren für die internationalen Lieferketten nicht zu unterschätzen. „Sorge bereiten unseren Einkäufern zudem die erneut stark gestiegenen Beschaffungspreise. So haben sich in jüngster Zeit vor allem Stahl und Rohöl verteuert“, fügte Grobosch hinzu.

„Die konjunkturelle Abkühlung setzte sich laut EMI im August fort. Dies überrascht vor dem Hintergrund der weltpolitischen Unsicherheit nicht“, kommentierte Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, am Dienstag auf BME-Anfrage die aktuellen EMI-Daten. Zunehmende protektionistische Maßnahmen von Donald Trump mit dem Damoklesschwert Autozölle seien für die deutsche Industrie ein Risiko. Darüber hinaus werden nach Einschätzung der Helaba-Bankdirektorin auch zahlreiche Schwellenländer zur Belastung, da deren strukturelle Schwächen mehr und mehr zu Tage treten. Das Wachstum werde in Deutschland 2018 die Dynamik des Vorjahres nicht halten können. Aufgrund der starken Binnenkonjunktur sei laut Traud „aber immerhin ein Wachstum von 1,8 Prozent und somit oberhalb der Beschäftigungsschwelle wahrscheinlich“.

„Die Industrieproduktion wächst, allerdings bleiben die Raten deutlich hinter der Dynamik des vergangenen Jahres zurück. Die Verunsicherung angesichts der handelspolitischen Verwerfungen ist schon jetzt ein Bremsklotz der konjunkturellen Entwicklung“, bewertete DIHK-Konjunkturexpertin Sophia Krietenbrink am Dienstag die aktuellen EMI-Daten. Mehr als jedes dritte Industrieunternehmen sehe laut DIHK-Konjunkturumfrage in den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen ein Risiko für seine Geschäfte. Gleichwohl planten sie derzeit noch mit expansiven Investitionen. Tragfähige Lösungen bei den Handelskonflikten mit den USA wären nach Krietenbrinks Ansicht wichtig, „damit sich diese Absichten auch materialisieren“.

„Trotz der Eintrübung in der Industrie geben die Einkaufsmanagerindizes im August ein klares Wachstumssignal für Deutschland wie auch für den Euroraum insgesamt. Nimmt man die positive Entwicklung bei den Dienstleistern hinzu, rechnen wir für das gesamte Jahr in Deutschland mit einem Wachstum von etwa zwei Prozent, trotz aller Verunsicherungen und Turbulenzen“, sagte Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, am Dienstag dem BME.

Nach Einschätzung von Phil Smith, Principal Economist bei IHS Markit, „sehen die aktuellen Daten auf den ersten Blick verhältnismäßig gut aus: Mit 55,9 Punkten liegt der EMI komfortabel auf Wachstumsterrain und deutlich über seinem langjährigen Durchschnitt von 52,5.“ Verglichen mit den Werten vom Jahresanfang werde allerdings ersichtlich, dass sich das Wachstum merklich abgeschwächt habe; und es gebe Warnsignale, dass sich die Abkühlung in den nächsten Monaten fortsetzen könnte. Im Moment jedoch sehe es vorerst danach aus, dass die Industrie auch im dritten Quartal einen positiven Beitrag zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum leisten werde – dank der anhaltend kräftigen Zuwächse in der Produktion.

Die Entwicklung der EMI-Teilindizes im Überblick:

Industrieproduktion: Nach Bereinigung saisonaler Faktoren steigerte die Industrie auch im August ihre Produktion, womit das Wachstum seit mittlerweile über fünf Jahren anhält. Die Steigerungsrate blieb im Vormonatsvergleich nahezu unverändert und damit auf starkem Niveau. Unternehmen, die Zuwächse verbuchten, schrieben dies in den meisten Fällen dem Plus an Neuaufträgen zu.

Auftragseingang insgesamt/Export: Der Auftragsneueingang schwächte sich im August leicht ab. Der saisonbereinigte Teilindex notierte auf dem zweitniedrigsten Wert seit nahezu zwei Jahren und signalisierte damit deutlich geringere Zuwächse als noch Ende 2017. Detailergebnissen zufolge verzeichnete lediglich der Investitionsgüterbereich mehr Neuaufträge.
Die deutschen Hersteller verbuchten im Berichtsmonat das geringste Plus bei den Exportaufträgen seit über zwei Jahren. Unternehmen, die mehr Aufträge an Land ziehen konnten, schrieben dies in einigen Fällen der höheren Nachfrage aus Asien zu.

Beschäftigung: Auch im August setzten die Unternehmen ihre expansive Personalpolitik fort. In erster Linie, um ihre Kapazitäten zu erweitern, aber auch, um dem wachsenden Arbeitspensum gerecht zu werden. Die Rate fiel gegenüber Juli minimal höher aus und blieb damit stark im historischen Kontext. Damit wächst die Beschäftigung in der Industrie seit April 2016 ununterbrochen.

Einkaufs-/Verkaufspreise: Die Einkaufspreise in der deutschen Industrie sind erneut stark gestiegen. Auch wenn sich die Inflationsrate zum zweiten Mal hintereinander leicht abschwächte, blieb sie immer noch deutlich über dem historischen Durchschnitt. Wie einige der befragten Manager berichteten, verteuerten sich vor allem Stahl und Öl.
Erneut gaben die Unternehmen einen Teil des Kostenanstiegs in Form höherer Verkaufspreise an ihre Kunden weiter. Damit hält der Preisauftrieb in der Branche seit nunmehr zwei Jahren an. Zudem beschleunigte sich die Inflationsrate gegenüber Juli etwas, und zwar auf den höchsten Wert seit Mai.

Jahresausblick: Auch wenn der Teilindex Jahresausblick im August gegenüber dem Vormonat leicht nachgab, notierte er nach wie vor komfortabel über der neutralen Marke von 50,0 Punkten. Damit zeigt sich die deutliche Mehrheit der Einkaufsmanager weiterhin äußerst zuversichtlich über die kommenden zwölf Monate, Wachstum generieren zu können.


 

Produktions- und Auftragszuwächse verleihen dem EMI Flügel

Eschborn, 02.08.2018: Die deutsche Industrie geht mit frischem Schwung und beschleunigten Wachstumsraten in die zweite Jahreshälfte. Nach der kleinen Delle im Vormonat zogen Produktion und Neuaufträge im Juli wieder an. Das signalisiert der finale saisonbereinigte IHS Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI), der binnen vier Wochen um 1,0 Punkte auf 56,9 gestiegen ist. Das wichtige Konjunkturbarometer liegt bereits seit mehr als dreieinhalb Jahren über der 50-Punkte-Referenzlinie und ist damit ein Beleg für das anhaltend robuste Wachstum der deutschen Industrie.

Der PMI spiegelt das Ergebnis der Juli-Umfrage zur Konjunkturlage in der deutschen Industrie in einem Wert wider. Eine EMI-Notierung unter der Referenzlinie von 50 zeigt an, dass die Geschäfte des Verarbeitenden Gewerbes im Vergleich zum Vormonat schrumpften; Werte über 50 signalisieren Wachstum. Ein Index von 50 bedeutet keine Veränderung zum Vormonat.

„Die deutsche Industrie hat ihre kleine Schwächephase im Juni offensichtlich gut überstanden. Das lässt uns hoffnungsvoll nach vorn blicken“, betonte Dr. Silvius Grobosch, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), am Donnerstag in Eschborn. Erfreulich sei zudem, dass sich die zuletzt etwas eingetrübten Geschäftsaussichten wieder aufgehellt haben. Sorge bereiteten ihm dagegen die wieder anziehenden Einkaufspreise, so Grobosch abschließend.

„Die Industrie gewinnt wieder etwas an Stärke. Im ersten Halbjahr hatten Streiks, die hohe Zahl an Krankheitstagen sowie die Verunsicherung durch einen drohenden Handelskrieg das Wachstum ausgebremst“, bewertete DIHK-Konjunkturexpertin Sophia Krietenbrink am Donnerstag die aktuellen EMI-Daten. Eine Ausweitung der Produktion im Juli könnte ihrer Ansicht nach daher ein wichtiges Zeichen sein. „Angesichts der hohen Kapazitätsauslastung wären auch Erweiterungsinvestitionen angezeigt. Ob diese umgesetzt werden, wird auch davon abhängen, ob die EU eine nachhaltige Einigung mit der US-Administration erzielt. Wichtig ist zudem, dass die Bundesregierung die Zukunftsthemen für den heimischen Standort – wie Digitalisierung und Fachkräftesicherung – entschlossen angeht“, teilte Krietenbrink dem BME mit.

„Nachdem bereits die letzten  Industrieaufträge, Produktions- und Außenhandelsdaten für die deutsche Volkswirtschaft wieder positiv ausgefallen sind, ist der Frühjahres-Blues der deutschen Konjunktur nun überwunden. Es wird zwar weiter stürmisch bleiben, aber die deutsche Konjunktur hat eine kräftige Substanz“, sagte Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, am Donnerstag dem BME.

Die Ungewissheiten im Zusammenhang mit möglichen Strafzöllen und Handelsbarrieren treiben nach Ansicht von IHS Markit-Volkswirt Sian Jones vielen EMI-Umfrage-Teilnehmern Sorgenfalten auf die Stirn. Auch ein weiterer signifikanter Anstieg der Einkaufspreise sei ein potenzieller Störfaktor für weiteres Wachstum. Negativ bemerkbar mache sich auch der anhaltend hohe Druck auf die Lieferketten – eine Folge der Engpässe bei den Zulieferern.

Die Entwicklung der EMI-Teilindizes im Überblick:

Industrieproduktion: Die Produktion wurde im Juli wieder stärker ausgeweitet als in den beiden Vormonaten. Ausschlaggebend hierfür war neben der anziehenden Binnen- und Exportnachfrage auch die gezielte Abarbeitung der Auftragsbestände.

Auftragseingang insgesamt/Export: Der Teilindex Auftragseingang erholte sich von seinem 27-Monatstief im Juni und wies wieder einen soliden Zuwachs aus. Von den hohen Werten zum Jahresbeginn war der Teilindex jedoch weit entfernt.
Die Exportneuaufträge legten zwar wieder stärker zu als zuletzt; die hohen Steigerungsraten vom Jahreswechsel wurden jedoch nicht erreicht. Angezogen hat vor allem die Nachfrage wichtiger Auslandskunden. Spitzenreiter in dieser Kategorie war diesmal der Vorleistungsgüterbereich.

Beschäftigung: Wegen der hohen Produktionsanforderungen wurden im Berichtsmonat unterm Strich fast genauso viele Stellen geschaffen wie beim Viermonatshoch im Juni. Seit 28 Monaten hält der Jobaufbau nun bereits ununterbrochen an. Der Vorleistungsgüterbereich war hier führend, doch auch in den beiden anderen Industriebereichen stieg der Beschäftigungsgrad.

Einkaufs-/Verkaufspreise: Preiserhöhungen bei den Lieferanten, teurerer Stahl und strengere Umweltauflagen in China ließen die Einkaufspreise im Berichtsmonat abermals kräftig nach oben klettern.
Wie bereits seit September 2016 wurden die Verkaufspreise auch im Juli erhöht. So gaben fast 16 Prozent der befragten Einkaufsmanager die höheren Rohstoffpreise an ihre Kunden weiter, während nur etwa drei Prozent ihre Verkaufspreise reduzierten.

Jahresausblick: Die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist stiegen im Juli zwar auf ein Dreimonatshoch, im historischen Kontext blieben sie aber recht verhalten. Für positive Stimmung sorgten neue Projekte und die Einführung neuer Produkte.


 

EMI: Industrie schaltet weiteren Gang zurück

Eschborn, 03.07.2018: Das niedrigste Auftragsplus seit über zwei Jahren hat im Juni das Wachstum der deutschen Industrie weiter abgebremst. Während sich die Produktionssteigerungsrate allerdings nur minimal abschwächte, fielen die Geschäftsaussichten dagegen binnen Jahresfrist noch weniger optimistisch aus als zuletzt. Das signalisiert der finale saisonbereinigte IHS Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI), der binnen vier Wochen um 0,7 Punkte auf 55,9 nachgab und damit den tiefsten Wert seit anderthalb Jahren erreichte. Seit dem Rekordhoch im Dezember 2017 ist der der wichtige Konjunktur-Indikator bereits zum sechsten Mal hintereinander gesunken.

Der PMI spiegelt das Ergebnis der Juni-Umfrage zur Konjunkturlage in der deutschen Industrie in einem Wert wider. Eine EMI-Notierung unter der Referenzlinie von 50 zeigt an, dass die Geschäfte des Verarbeitenden Gewerbes im Vergleich zum Vormonat schrumpften; Werte über 50 signalisieren Wachstum. Ein Index von 50 bedeutet keine Veränderung zum Vormonat.

„Der anhaltende Rückgang des EMI ist sicherlich auch Ausdruck der wachsenden internationalen Spannungen, die zunehmend zu einer Belastung der Lieferketten werden“, betonte Dr. Silvius Grobosch, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), am Dienstag in Eschborn. Die um sich greifende Unruhe in den Märkten könnte seiner Ansicht nach das eine oder andere Unternehmen veranlassen, geplante Investitionen zu überdenken oder vorerst auf Eis zu legen.

„Nach einer starken Boomphase zeigt sich die konjunkturelle Abkühlung nunmehr auch im jüngsten EMI. Allerdings befindet sich dieser mit einem Wert von deutlich über 50 weiter im Expansionsbereich. Dies bestätigt uns in unserer eher verhaltenen Wachstumsprognose für Deutschland mit einer BIP-Prognose von 2,0 Prozent für das Jahr 2018“, kommentierte Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, am Dienstag auf BME-Anfrage die aktuellen EMI-Daten. Trotz einer etwas geringeren Wachstumsdynamik baue sich nach Einschätzung der Helaba-Bankdirektorin „sukzessive Inflationsdruck auf – und das sowohl vonseiten der Löhne als auch währungsbedingt“.

„Der Aufschwung in der Industrie steht zunehmend auf dem Prüfstand. Angesichts der Verunsicherung mit Blick auf die internationale Handelspolitik erscheint es immer fraglicher, ob neue Investitionen tatsächlich vollständig umgesetzt werden“, bewertete DIHK-Konjunkturexpertin Sophia Krietenbrink am Dienstag die aktuellen EMI-Daten. Das System des regelgebundenen Welthandels gerate zunehmend ins Wanken – und damit auch das gerade für die deutschen Unternehmen wichtige Modell global vernetzten Wirtschaftens. „In der aktuellen DIHK-Konjunkturumfrage rechnen deutlich weniger Betriebe als zuletzt damit, dass sie in diesem Jahr Zuwächse im Exportgeschäft realisieren können“, teilte Krietenbrink dem BME mit.

„Der Abwärtstrend der Stimmung wird sich noch fortsetzen, wobei dies keine panikartige Bewegung ist. Im Umfeld diverser politischer Risiken hätte man sich sogar mehr Verunsicherung bei den Befragten vorstellen können“, sagte Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, am Dienstag dem BME. Dies gelte insbesondere, da sich zu den Themen US-Protektionismus und dem Konfrontationskurs der neuen italienischen Regierung mit den EU-Institutionen auch noch die Spannungen innerhalb der Bundesregierung um das Migrationsthema gesellten. „Die deutsche Konjunktur ist durchaus belastbar, aber der Weg von der Verunsicherung der Unternehmen zur Zurückhaltung bei der Investitionstätigkeit ist nicht mehr so weit“, fügte Kater hinzu.

IHS Markit-Chefvolkswirt Phil Smith kommentierte die finalen EMI-Daten für den Monat Juni mit den Worten: „Das Wachstum in der deutschen Industrie hat sich über das erste Halbjahr hinweg durchgehend verlangsamt. Bleibt die Frage, ob uns noch Schlimmeres bevorsteht. Denn in den vergangenen Monaten lag der Zuwachs bei den Neuaufträgen stets unter der jeweiligen Produktionsrate. Im Juni vergrößerte sich dieser Abstand sogar noch, nachdem der Auftragsneueingang so niedrig ausfiel wie seit fast zwei Jahren nicht mehr und damit einen grundlegenden Abwärtstrend andeutet.“ In der Tat hätten sich die EMI-Umfrageteilnehmer nach Einschätzung des IHS Markit-Chefvolkswirtes „weniger zuversichtlich im Hinblick auf zukünftiges Produktionswachstum gezeigt, woran auch die jüngst verhängten Handelszölle einen nicht unwesentlichen Anteil haben“.

Die Entwicklung der EMI-Teilindizes im Überblick:

Industrieproduktion: Trotz des fünften Rückgangs innerhalb der vergangenen sechs Monate auf den tiefsten Wert seit November 2016 blieb die Produktionssteigerungsrate im Juni überdurchschnittlich hoch. Lediglich im Konsumgüterbereich wurde die Fertigung zurückgefahren.

Auftragseingang insgesamt/Export: Der Auftragszuwachs fiel im Juni so niedrig aus wie zuletzt im März 2016. Knapp ein Viertel der Befragten verbuchten ein Plus und bei knapp 19 Prozent stand ein Minus zu Buche, hauptsächlich wegen der geringeren Nachfrage aus den USA und China.
Der Teilindex Auftragseingang Export weist insgesamt das niedrigste Plus seit über zwei Jahren aus. Starkes Wachstum vermeldete der Investitionsgüterbereich; im Vorleistungsgüterbereich fiel der Zuwachs moderat aus und im Konsumgüterbereich verzeichnete man sogar ein Minus.

Beschäftigung: Der 27. Jobaufbau in Folge beschleunigte sich gegenüber dem 15-Monatstief im Mai wieder und fiel ausgesprochen kräftig aus. Neue Mitarbeiter wurden vor allem im Vorleistungsgüterbereich eingestellt, dicht gefolgt vom Investitionsgüterbereich.

Einkaufs-/Verkaufspreise: Infolge Währungsabwertung, Lieferengpässen und steigenden Frachtkosten, aber auch wegen der Verteuerung von Stahl, Kunststoffen und Elektronikgütern legten die Einkaufspreise im Juni wieder stärker zu als in den drei Vormonaten.
Dagegen schwächte sich der Anstieg der Verkaufspreise weiter ab und fiel so niedrig aus wie zuletzt vor acht Monaten. Begründet wurde dies mit dem zunehmenden Wettbewerbsdruck.

Jahresausblick: Die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist sanken im Juni zum fünften Mal innerhalb der vergangenen sechs Monate und fielen so wenig optimistisch aus wie seit über drei Jahren nicht mehr. Sorgen bereitet den Unternehmen aktuell die nachlassende Nachfrage, die Einführung von Zöllen sowie die anhaltenden Kapazitätsengpässe.


 

EMI: Industrie hat sich im Mai spürbar abgekühlt

Frankfurt/Main, 05.06.2018: Die deutsche Industrie hat im Mai weiter an Schwung verloren. Verringert haben sich nicht nur die Zuwächse bei Produktion, Auftragseingang und Beschäftigung, auch die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist sind auf den tiefsten Wert seit über zweieinhalb Jahren abgesackt. Der finale saisonbereinigte IHS Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI) sank gegenüber April um 1,2 Punkte auf 56,9 und erreichte damit den tiefsten Wert seit 15 Monaten. Die Wachstumsrate blieb aber auf hohem Niveau. Im Dezember 2017 hatte der wichtige Konjunktur-Indikator noch bei 63,3 Punkten notiert.

Der PMI spiegelt das Ergebnis der Mai-Umfrage zur Konjunkturlage in der deutschen Industrie in einem Wert wider. Eine EMI-Notierung unter der Referenzlinie von 50 zeigt an, dass die Geschäfte des Verarbeitenden Gewerbes im Vergleich zum Vormonat schrumpften; Werte über 50 signalisieren Wachstum. Ein Index von 50 bedeutet keine Veränderung zum Vormonat.

„Der Konjunktur-Motor läuft zwar weiter rund, allerdings nicht mehr so hochtourig wie noch vor knapp einem halben Jahr“, betonte Dr. Silvius Grobosch, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), am Dienstag in Frankfurt. Sorge bereiteten dem Verband die steigenden Einkaufspreise – offensichtlich vor allem ein Resultat der Verteuerung von Rohöl und Raffinerieprodukten.

„Die Dynamik in der deutschen Industrie lässt laut EMI weiter nach“, kommentierte Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, am Dienstag die aktuellen EMI-Daten. Die konjunkturelle Abschwächung gehe jedoch mit einem Inflationsanstieg einher. „Beides sollte uns in den kommenden Monaten weiter beschäftigen. Von Stagflation mag ich noch nicht reden, allerdings sollte man sich mit dem Gedanken anfreunden, dass die schönste aller Welten vorbei ist“, sagte die Helaba-Bankdirektorin dem BME. Dies setze auch die Notenbanken stärker unter Druck. Besonders gefordert sei die EZB, deren Mandat – zumindest offiziell – nur die Sicherung der Preisniveaustabilität ist. Traud: „Spannend wird es nun, ob sie dies bei ihren Anleihekäufen berücksichtigt und diese entsprechend im September beenden wird.“

„Der Aufschwung steht auf dem Prüfstand“, bewertete DIHK-Konjunkturexpertin Sophia Krietenbrink am Dienstag die aktuellen EMI-Daten. Zwar sei der Auftragsbestand noch hoch und 42 Prozent der Industrieunternehmen wollen laut letzter DIHK-Konjunkturumfrage in Kapazitätserweiterungen investieren. Allerdings nehme die Verunsicherung mit Blick auf das Exportgeschäft zu. „Das multilaterale Regelsystem des Welthandels wankt schon kräftig. Das trifft gerade die deutsche Industrie hart“, teilte Krietenbrink dem BME mit.

„Die deutschen Zahlen fügen sich in einen weltweiten Abschwächungstrend ein“, sagte Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, am Dienstag dem BME. Einzig und allein die US-Wirtschaft habe im Mai mit einer Aufhellung der Stimmung einen Kontrapunkt gesetzt. Trotzdem deute das Niveau der EMI-Umfrageergebnisse weiterhin auf ein solides Wachstum in Deutschland und Europa hin. Das gelte selbst dann noch, wenn sich im kommenden Monat die Stimmung vor dem Hintergrund von Handelsstreit und Politikwende in Italien ein weiteres Mal abkühlen sollte“, fügte Kater hinzu.

IHS Markit-Chefvolkswirt Phil Smith kommentiert den finalen EMI mit den Worten: „Ein PMI von 56,9 Punkten hätte in der Vergangenheit nicht selten zu Jubelstürmen geführt. In der aktuellen Entwicklung bedeutet dieser Wert jedoch, dass die deutsche Industrie abermals an Dynamik verloren hat.“

Die Entwicklung der EMI-Teilindizes im Überblick:

Industrieproduktion: Wegen der schwächeren Produktionsausweitung im Konsum- und Vorleistungsgüterbereich – erstgenannter vermeldete die niedrigste Rate seit über zwei Jahren – sank der Teilindex im Mai auf ein 15-Monatstief. Ein Grund hierfür waren laut Befragten die zahlreichen Feier- und Brückentage.

Auftragseingang insgesamt/Export: Nach dem annähernden Achteinhalb-Jahreshoch Ende vergangenen Jahres sank der Auftragsindex im Mai zum fünften Mal hintereinander und weist aktuell das niedrigste Plus seit August 2016 aus. Seit dreieinhalb Jahren notiert der Teilindex nun bereits ununterbrochen über der neutralen 50-Punkte-Marke.
Der Teilindex Auftragseingang Export weist diesmal das niedrigste Plus seit 24 Monaten aus. Bei einigen Unternehmen ließ die Auslandsnachfrage spürbar nach, während die Kunden anderer Unternehmen mit verlängerten Lieferzeiten konfrontiert waren.

Beschäftigung: Der Jobaufbau blieb im Mai ausgesprochen kräftig; von den Hochs im vergangenen Jahr war er jedoch weit entfernt. Spitzenreiter in dieser Kategorie war der Investitionsgüterbereich, doch auch in den anderen beiden Bereichen kam es erneut zu zahlreichen Neueinstellungen.

Einkaufs-/Verkaufspreise: Nach dreimaliger Abschwächung in Folge beschleunigte sich der Anstieg der Einkaufspreise im Mai wieder. Die Verteuerung von Öl und mineralölbasierter Produkte sowie Lieferengpässe ließen den Teilindex auf ein Dreimonatshoch steigen.
Die Verkaufspreise wurden etwas weniger deutlich angehoben als in den zurückliegenden sechs Monaten. Insgesamt zählte der 21. Anstieg in Folge jedoch zu den stärksten seit Mitte 2011.

Jahresausblick: Die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist sackten im Mai regelrecht ab und erreichten den tiefsten Wert seit über zweieinhalb Jahren. Begründet wurde dies mit der nachlassenden Nachfrage und den anhaltenden Kapazitätsengpässen auf Seiten der Lieferanten.


 

EMI: Industrie erhielt im April einen weiteren leichten Dämpfer

Frankfurt/Main, 04.05.2018: Die deutsche Industrie ist gut ins zweite Quartal 2018 gestartet, nicht zuletzt dank des beschleunigten Produktionswachstums. Allerdings blieb die Steigerungsrate deutlich unter den zum Jahreswechsel erreichten Hochs. Der saisonbereinigte IHS Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI) ermäßigte sich innerhalb von vier Wochen um 0,1 Punkte auf 58,1 und sank damit auf ein 9-Monatstief. Der Langzeit-Durchschnittswert von 52,4 Punkten wurde jedoch deutlich überschritten; das zeigt, dass die deutsche Industrie trotz der vierten Abkühlung in Folge noch immer ausgesprochen kräftig wächst.

Der PMI-Hauptindex spiegelt das Ergebnis der April-Umfrage zur Konjunkturlage in der deutschen Industrie in einem Wert wider. Eine EMI-Notierung unter der Referenzlinie von 50 signalisiert, dass die Geschäfte des Produzierenden Gewerbes im Vergleich zum Vormonat schrumpften; Werte über 50 signalisieren Wachstum. Ein Index von 50 bedeutet keine Veränderung zum Vormonat.

„Der Industrie-Motor läuft zwar nicht mehr ganz so hochtourig wie noch Ende vergangenen Jahres. Dennoch gibt es angesichts des erneut relativ hohen EMI-April-Wertes keinen Grund zur Sorge“, betonte Dr. Silvius Grobosch, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), am Freitag in Frankfurt. Erfreulich sei zudem, dass sich die Geschäftsaussichten wieder stabilisiert hätten, nachdem diese über das 1. Quartal hinweg gefallen seien.

„Ein weiteres Mal bestätigt sich, dass der Zyklus lebt. Laut EMI ist die Dynamik von einem sehr hohen Niveau weiter leicht zurückgegangen. Die Nachfrage bleibt somit relativ hoch und der Preisdruck beschleunigt sich“, kommentierte Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, am Freitag die aktuellen EMI-Daten. Diese Thematik werde sich durch das ganze Jahr 2018 hindurchziehen. Sollten die geopolitischen Unsicherheiten sowie die protektionistischen Tendenzen ebenfalls weiter zunehmen, werde von der Ölpreisseite und durch höhere Zölle das Thema Preissteigerungen noch prominenter. „Der nachgebende Euro ist unserer Einschätzung nach nicht temporär und wirkt somit ebenfalls preissteigernd in der Eurozone. All diese Faktoren sollten eigentlich die EZB wachrütteln. Jetzt kommt es zum Lackmustest für die EZB“, sagte die Helaba-Bankdirektorin dem BME.

„Die EMI-Umfrageergebnisse bringen zum Ausdruck, dass die Unternehmen in der deutschen Industrie vor Selbstvertrauen strotzen. Allerdings wurde die Euphorie durch längere Lieferzeiten, Personalknappheit und Engpässe an Maschinen sowie Material etwas gedämpft“ sagte Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, am Freitag dem BME. Die Daten zeigten darüber hinaus, dass sich die Geschäftsaussichten in der Industrie verbessert haben und die Auftragsbücher voll sind. „Die deutsche Konjunktur bleibt zu Beginn des zweiten Quartals unter Dampf“, fügte Kater hinzu.

„Auch wenn der Industrie-PMI im April auf den tiefsten Wert seit neun Monaten nachgab, lässt das noch nicht die Alarmglocken schrillen. Der Boom der zweiten Jahreshälfte 2017 mit rekordverdächtigen Lieferverzögerungen und Kapazitätsengpässen führte höchstwahrscheinlich zu einer leichten Überhitzung der Branche“, bewertete IHS-Markit-Chefvolkswirt Phil Smith die aktuellen EMI-Daten. Allerdings scheine „nach der erneuten Abkühlung die heißeste Phase hinter uns zu liegen, wenngleich die Wachstumsrate immer noch relativ hoch ist“, schreibt Smith in seinem IHS-Markit-Kommentar.

Die Entwicklung der EMI-Teilindizes im Überblick:

Industrieproduktion: Obwohl sich die Produktionssteigerungsrate im April wieder leicht vom 15-Monatstief im März erholte und auch höher ausfiel als im langjährigen Mittel, blieb sie deutlich hinter den zum Jahreswechsel erreichten Werten zurück. In allen drei von der Umfrage erfassten Industriebereichen wurde die Produktion kräftig ausgeweitet.

Auftragseingang insgesamt/Export: Nach dem Rekordwert im Dezember 2017 sank der Teilindex Auftragseingang zum vierten Mal hintereinander und weist aktuell das niedrigste Plus seit November 2016 aus. Dennoch waren die Auftragsbücher sowohl der Global Player als auch der KMU erneut sehr gut gefüllt. Die Exportbestellungen legten im April nur minimal stärker zu als zum 14-Monatstief im März. Neuaufträge gingen diesmal laut Befragten vor allem aus Asien, Europa und Nordamerika ein.

Beschäftigung: Der Beschäftigungszuwachs blieb im April zwar stärker als im Durchschnitt der vergangenen 22 Jahre seit Umfragebeginn, der Teilindex sank jedoch auf den tiefsten Wert seit August 2017. Am meisten neue Stellen wurden im Investitionsgüterbereich geschaffen, gefolgt vom Konsumgüterbereich.

Einkaufs-/Verkaufspreise: Der Anstieg der Einkaufspreise fiel im April so schwach aus wie zuletzt vor sieben Monaten. Verteuert haben sich laut Befragten vor allem Rohstoffe, insbesondere Stahl. Mit zum Kostenauftrieb trugen allerdings auch Liefer- und Kapazitätsengpässe bei, hieß es. Die Verkaufspreise wurden etwas stärker angehoben als im März, die Rate zählte erneut zu einer der höchsten seit über sieben Jahren. Aufgrund der kräftigen Nachfrage gelang es im April wieder mehr Unternehmen, die gestiegenen Kosten an ihre Kunden weiterzugeben als im Vormonat.

Jahresausblick*: Nach dem 18-Monatstief im März verbesserten sich die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist wieder leicht. So rechnen besonders wegen der sehr guten Auftragslage und der damit verbundenen Auslastung drei Mal so viele Befragte mit Wachstum bis April 2019 als mit Geschäftseinbußen. Letztere könnten sich nach Aussage einiger Umfrageteilnehmer aus dem preisaggressiven Wettbewerb und einer Normalisierung der Lage nach der Überhitzung im Vorjahr ergeben. Der entsprechende Teilindex notiert aktuell auf dem zweitniedrigsten Wert seit September 2016.


 

EMI: Industrie verliert im März abermals an Fahrt

Frankfurt/Main, 04.04.2018: Die deutsche Industrie hat im März abermals an Fahrt verloren. Während sich die Produktionssteigerungsrate den dritten Monat in Folge abschwächte, verlängerten sich die Lieferzeiten zum dritten Mal innerhalb der letzten vier Monate mit neuer Rekordrate. Das signalisiert der saisonbereinigte IHS Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI), der gegenüber Februar 2,4 Punkte einbüßte und mit 58,2 auf dem tiefsten Wert seit Juli 2017 landete. Die Wachstumsrate war damit jedoch nach wie vor ausgesprochen hoch. Im Dezember 2017 hatte der PMI ein neues Allzeithoch erreicht. Der EMI-Hauptindex spiegelt das Ergebnis der März-Umfrage zur Konjunkturlage in der deutschen Industrie in einem Wert wider. Eine EMI-Notierung unter der Referenzlinie von 50 zeigt an, dass die Geschäfte des Produzierenden Gewerbes im Vergleich zum Vormonat schrumpften; Werte über 50 signalisieren Wachstum. Ein Index von 50 bedeutet keine Veränderung zum Vormonat.

„Den aktuellen EMI-Daten zufolge hat das Produzierende Gewerbe in Deutschland im März an Dynamik verloren. Dennoch sind wir zuversichtlich, dass der Industriemotor auch in den kommenden Monaten weiter rund läuft“, betonte Dr. Silvius Grobosch, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), am Mittwoch in Frankfurt.

„Wie schon so oft laufen EMI und Aktienmarkt parallel. Die hohe Bewertung an den Aktienmärkten sowie die äußerst euphorische Stimmung der Unternehmen hat nunmehr ein Ende gefunden“, kommentierte Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, am Mittwoch die aktuellen EMI-Daten. Die Normalisierung – sowohl an den Märkten als auch bei den Unternehmen – nehme ihren Lauf. Deutschland werde demnach das hohe Wachstumstempo des Vorjahres nicht halten können. „Ein Wachstum um zwei Prozent sollte aber drin sein. Wir bleiben bei unserer Annahme, dass der DAX im Laufe des Jahres zwischen 13.500 und 10.500 Indexpunkten schwanken wird. Die obere Begrenzung haben wir schon gesehen. Nach unten ist noch Spielraum. Dies gilt auch für den EMI“, sagte die Helaba-Bankdirektorin dem BME.

„Die Produktion wächst weiterhin. Allerdings sind die Engpässe derzeit deutlich sichtbar: 60 Prozent der Industrieunternehmen nennen uns den Fachkräftemangel als Risiko für ihre Geschäftsentwicklung“, bewertete DIHK-Konjunkturexpertin Sophia Krietenbrink am Mittwoch die aktuellen EMI-Daten. Blieben Stellen dauerhaft unbesetzt, könne dies zu verlängerten Lieferzeiten und im schlimmsten Fall dazu führen, dass Aufträge ganz abgelehnt werden müssen. „Rund vier von zehn Industrieunternehmen geben dies im DIHK-Arbeitsmarktreport als Folge längerfristigen Fachkräftemangels an“, teilte Krietenbrink dem BME mit.

„Die Daten zeigen einmal mehr, dass dieser Konjunkturzyklus einzigartig ist, der eher in Kapazitätsengpässen endet als in Inflation und Zinssteigerungen. Es handelt sich zudem um eine der längsten Expansionsphasen in Deutschland. Auch bleibt rätselhaft, warum die deutschen Unternehmen nicht mehr investieren bei dieser Auslastung“, sagte Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, am Mittwoch dem BME. Für die kommenden Monate stünden die Ampeln trotz der Abschwächung weiter auf grün, und „es bleibt spannend, wo uns dieser Aufschwung noch hinführt“, fügte Kater hinzu.

Die Entwicklung der EMI-Teilindizes im Überblick:

Industrieproduktion: Die Produktionssteigerungsrate sank im März auf ein 15-Monatstief und deutet darauf hin, dass nur noch halb so viel gefertigt wurde wie Ende 2017. In allen drei von der Umfrage erfassten Industriebereichen verlangsamte sich das Produktionswachstum.

Auftragseingang insgesamt/Export: Das Auftragsplus fiel so niedrig aus wie zuletzt im November 2016. Trotz der anhaltend hohen Nachfrage litten sowohl Global Player als auch KMU eigenen Angaben zufolge unter verstärktem Wettbewerbsdruck und verlängerten Lieferzeiten.
Die Exportbestellungen legten zum 32. Mal hintereinander zu; die Steigerungsrate entsprach dem Durchschnittswert während dieses Zeitraums. Die überdurchschnittlich starken Zuwächse von Ende 2017 wurden jedoch nicht mehr erreicht.

Beschäftigung: Trotz der vierten Verlangsamung in Folge blieb der Stellenaufbau im März im Zuge von Kapazitätserweiterungen zur Abarbeitung der Neuaufträge robust. Spitzenreiter in dieser Kategorie waren diesmal die Investitionsgüterhersteller, gefolgt von den Konsumgüterherstellern.

Einkaufs-/Verkaufspreise: Trotz der erneuten Abschwächung zählte der Anstieg der Einkaufspreise im März erneut zu den höchsten in den zurückliegenden sieben Jahren. Verteuert haben sich laut Befragten Metalle, darunter vor allem Stahl sowie Elektronikbestandteile, Kunststoffe und Holzprodukte.
Die Verkaufspreise wurden fast genauso stark angehoben wie zum annähernden Siebenjahreshoch im Februar. Fast ein Viertel der Befragten erhöhten ihre Verkaufspreise aufgrund gestiegener Einkaufspreise und Transportkosten.

Jahresausblick*: Die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist fielen im März so wenig optimistisch aus wie zuletzt vor 18 Monaten. Zweifel an der Nachhaltigkeit des derzeitigen Nachfragebooms und Sorgen über den zunehmenden Wettbewerbsdruck trübten den Ausblick.


 

EMI: Lieferengpässe bremsen Aufschwung der Industrie

Frankfurt/Main, 05.03.2018: Das Wachstum der deutschen Industrie hat sich im Februar leicht verlangsamt. Enorme Lieferschwierigkeiten sorgten zudem für einen anhaltend starken Preisaufrieb. Gleichzeitig wurden die Verkaufspreise ein weiteres Mal kräftig angehoben. Das signalisiert der saisonbereinigte IHS Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI), der im Berichtsmonat binnen vier Wochen um 0,5 Punkte auf 60,6 nachgab und damit wieder den Wert von Oktober 2017 erreichte. Dessen ungeachtet signalisiert er noch immer ein ausgesprochen kräftiges Wachstum. Im Dezember 2017 hatte der Index ein neues Allzeithoch erreicht.

Der PMI spiegelt das Ergebnis der Februar-Umfrage zur Konjunkturlage in der deutschen Industrie in einem Wert wider. Eine EMI-Notierung unter der Referenzlinie von 50 zeigt an, dass die Geschäfte des Verarbeitenden Gewerbes im Vergleich zum Vormonat schrumpften; Werte über 50 signalisieren Wachstum. Ein Index von 50 bedeutet keine Veränderung zum Vormonat.

„Den EMI-Februar-Daten zufolge könnte das enorme Industriewachstum der vergangenen Monate möglicherweise an seine Grenzen stoßen“, betonte Dr. Silvius Grobosch, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), am Montag in Frankfurt. Allerdings bewege sich der PMI weiter über der 60-Punkte-Marke – ein Beleg für die anhaltende Robustheit des Verarbeitenden Gewerbes in Deutschland.

„Es wird enger in der deutschen Wirtschaft – dies lässt sich am aktuellen EMI ablesen. Dieser ging leicht zurück“, kommentierte Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, am Montag auf BME-Anfrage die aktuellen EMI-Daten. Belastungsfaktoren seien nicht die mangelnde Nachfrage, sondern vielmehr Lieferschwierigkeiten. Dies deute auf eine Spätphase des Zyklus hin. „Die Einkaufspreise steigen, die Kapazitäten sind hoch ausgelastet und auch vom Arbeitsmarkt kommt Druck, wie sich am jüngsten Tarifabschluss der IG-Metall ablesen lässt. Preisdruck wird zum Thema des Jahres 2018. Früher oder später wird dies auch die EZB erkennen“, sagte die Helaba-Bankdirektorin dem BME.

„Die deutsche Wirtschaft läuft derzeit auf Hochtouren. Umso größer das Wachstum, desto mehr werden am aktuellen Rand aber auch die Flaschenhälse spürbar“, erklärte DIHK-Konjunkturexpertin Sophia Krietenbrink am Montag mit Blick auf die aktuellen EMI-Daten. Denn die Ausrüstungsinvestitionen hätten sich in den vergangenen Jahren eher verhalten entwickelt. Gleichzeitig sei die Kapazitätsauslastung stetig gestiegen. Das zeige sich auch an den langen Lieferzeiten. Die Unternehmen reagierten nun jedoch auf die hohen Auslastungsgrade und wollen verstärkt investieren. In der DIHK-Konjunkturumfrage zu Jahresbeginn seien die Investitionsabsichten der Industrie so hoch wie zuletzt vor sieben Jahren gewesen. „Mehr als vier von zehn Unternehmen planen Kapazitätserweiterungen“, teilte Krietenbrink dem BME mit.

„Die jüngsten Stimmungsindikatoren sind Anzeichen einer globalen Verlangsamung: Die Frühindikatoren der OECD gewinnen seit mehreren Monaten nicht mehr zusätzlich an Dynamik, die weltweite Industrieproduktion scheint im Januar sehr schwach gewesen zu sein“, sagte Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, am Montag dem BME.

Die Entwicklung der EMI-Teilindizes im Überblick:

Industrieproduktion: Die Produktionssteigerungsrate schwächte sich im Februar zwar zum zweiten Mal hintereinander ab und landete auf dem Niveau vom Oktober 2017, blieb aber eine der höchsten seit Anfang 2011. Mehr produziert wurde in allen drei von der EMI-Umfrage erfassten Industriebereichen – im Konsum-, Vorleistungs- und Investitionsgüterbereich.

Auftragseingang insgesamt/Export: Das 39. Auftragsplus in Folge fiel zwar abermals hoch aus, die Zuwachsrate war diesmal jedoch die zweitniedrigste in den zurückliegenden zwölf Monaten. Der derzeitige Nachfrageboom ist der längste seit Umfragebeginn im April 1996. Das Exportorderplus fiel im Februar so niedrig aus wie zuletzt im Juli 2017. Dessen ungeachtet blieb die Auslandsnachfrage überdurchschnittlich stark, diesmal stammten die Neuaufträge vor allem aus Asien und den USA.

Beschäftigung: Der Beschäftigungszuwachs verlangsamte sich im Februar zum dritten Mal hintereinander, er zählte jedoch erneut zu einem der stärksten seit Umfragebeginn vor knapp 22 Jahren. Ausschlaggebend hierfür waren laut Befragten die hohen Produktionsanforderungen.

Einkaufs-/Verkaufspreise: Der 20. Anstieg der Einkaufspreise in Folge schwächte sich gegenüber dem annähernden Siebenjahreshoch von Januar ab, blieb aber substanziell. Verteuert haben sich laut Befragten Stahl und Kunststoffe (nicht zuletzt aufgrund von Lieferengpässen) sowie Energie. Die Unternehmen erhöhten ihre Verkaufspreise mit der zweithöchsten Rate seit Beginn der Erhebung dieser Daten Ende 2002 hauptsächlich wegen des anhaltenden Kostenanstiegs. Noch stärker angehoben wurden die Verkaufspreise lediglich im April 2011.

Jahresausblick*: Obwohl die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist im Februar ausgesprochen positiv blieben, sank der Grad an Optimismus aus Sorge um den hohen Kostendruck und einem möglichen Überhitzen des Sektors zum zweiten Mal hintereinander.


 

EMI: Deutsche Industrie wächst auch im neuen Jahr weiter

Frankfurt/Main, 05.02.2018: Die deutsche Industrie hat ihr starkes Wachstum zum Jahresauftakt 2018 fortgesetzt. Allerdings konnte sie das Rekordtempo vom Dezember nicht ganz halten. Das signalisiert der saisonbereinigte IHS Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI), der im Januar 2018 binnen vier Wochen um 2,2 Punkte auf 61,1 gesunken ist. Damit wurde zwar der bisherige Rekordwert von 62,7 Zählern im Februar 2011 verfehlt; dennoch ist die jüngste Wachstumsrate eine der höchsten seit Umfragebeginn im April 1996.

Der PMI-Hauptindex spiegelt das Ergebnis der Januar-Umfrage zur Wirtschafslage der deutschen Industrie in einem Wert wider. Eine EMI-Notierung unter der Referenzlinie von 50 zeigt an, dass die Geschäfte des Verarbeitenden Gewerbes im Vergleich zum Vormonat schrumpften; Werte über 50 signalisieren Wachstum. Ein Index von 50 bedeutet keine Veränderung zum Vormonat.

„Die deutsche Wirtschaft läuft weiter rund. Ein Ende dieser beeindruckenden Wachstumsgeschichte ist vorerst nicht in Sicht“, betonte Dr. Silvius Grobosch, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), am Montag in Frankfurt. Allerdings habe sich der Inflationsdruck verstärkt. Das zeige sich bei den Einkaufs- und Verkaufspreisen, die so rasant stiegen wie zuletzt Anfang 2011.

„Nun deutet es sich auch beim EMI an: Der Zyklus lebt!“, kommentierte Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, am Montag auf BME-Anfrage die aktuellen EMI-Daten. Im konkreten Fall heiße das, nach einem fulminanten Anstieg im vergangenen Jahr gehe es mit der wirtschaftlichen Entwicklung 2018 wieder etwas gemächlicher zu. Aber mit 2,0 Prozent Wachstum sehe es für Deutschland weiterhin gut aus. „Gleichzeitig ist die Inflation nicht tot - ganz im Gegenteil. Der Preisdruck nimmt zu und wird 2018 das beherrschende Thema sein. Es wird spannend, wann die EZB bereit sein wird, dies zu erkennen“, sagte die Helaba-Bankdirektorin dem BME.

„Die neuesten Daten zur Stimmung in den Unternehmen geben klare Signale, dass die Wirtschaft im Euroraum mit Schwung in das neue Jahr gestartet ist. Allerdings werden die positiven Überraschungen nicht mehr so groß ausfallen wie im vergangenen Jahr“, sagte Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, am Montag dem BME.

Die Entwicklung der EMI-Teilindizes im Überblick:

Industrieproduktion: Die Produktionssteigerungsrate blieb trotz leichter Abschwächung gegenüber ihrem annähernden Sieben-Jahreshoch im Dezember ausgesprochen stark. Der Teilindex sank zwar auf ein Dreimonatstief, notiert aktuell jedoch immer noch auf dem höchsten Wert seit April 2011. Alle drei Industriebereiche vermeldeten enorme Steigerungsraten.

Auftragseingang insgesamt/Export: Die Unternehmen zogen im Januar wieder außerordentlich viele Neuaufträge an Land; das Plus fiel jedoch niedriger aus als in den zurückliegenden fünf Monaten.
Trotz des Viermonatstiefs legten auch die Auslandsbestellungen erneut kräftig zu. Der Teilindex notiert aktuell ein weiteres Mal deutlich über seinem Langzeit-Durchschnittswert seit Umfragebeginn im April 1996.

Beschäftigung: Aufgrund des anhaltend hohen Auftragszuwachses blieb der Stellenaufbau im Berichtsmonat ausgesprochen stark. Der Teilindex notiert aktuell trotz der zweiten Abschwächung in Folge ein weiteres Mal nur knapp unter dem 80-Monatshoch von November.

Einkaufs-/Verkaufspreise: Wegen der Verteuerung zahlreicher Einstandsmaterialien wie Aluminium, Kupfer, Stahl, Papier und Kunststoffen und den generellen Auswirkungen der gestiegenen Ölpreise kletterten die Einkaufspreise im Berichtsmonat so stark wie seit knapp sieben Jahren nicht mehr. Bei einigen Unternehmen spielen dabei auch Lieferengpässe und Verknappungen bei Einstandsmaterialien eine Rolle.
Die Verkaufspreise wurden im Januar mit der zweithöchsten Rate seit Beginn der Erhebung dieser Daten im September 2002 angehoben, übertroffen lediglich vom bisherigen Rekordwert im April 2011. Fast 30 Prozent der Befragten erhöhten ihre Verkaufspreise vor allem wegen der starken Nachfrage und gaben nach Möglichkeit die gestiegenen Einkaufspreise an ihre Kunden weiter.

Jahresausblick*: Die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist blieben ausgesprochen positiv. Mehr als ein Drittel der Befragten versprechen sich von der guten Weltkonjunktur und einem florierenden Automobilsektor weitere Geschäftszuwächse. Lediglich knapp fünf Prozent rechnen bis Jahresende mit Geschäftseinbußen.


 

EMI klettert im Dezember mit 63,3 auf neues Rekordhoch

Frankfurt/Main, 04.01.2018: Die deutsche Industrie hat nach einem starken Wachstumsjahr ein fulminantes Finale hingelegt. Die Produktion wurde so kräftig ausgeweitet wie zuletzt Anfang 2011, unterstützt von einem der höchsten Exportorderzuwächse in der knapp 22-jährigen Umfragegeschichte. Das signalisiert der saisonbereinigte IHS Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI), der binnen Monatsfrist um 0,8 Punkte auf ein neues Allzeithoch von 63,3 zulegte. Der bisherige Rekordwert von 62,7 Punkten im Februar 2011 wurde damit übertroffen.

Der PMI-Hauptindex spiegelt das Ergebnis der Dezember-Umfrage zur Wirtschafslage der deutschen Industrie in einem Wert wider. Eine EMI-Notierung unter der Referenzlinie von 50 zeigt an, dass die Geschäfte des Verarbeitenden Gewerbes im Vergleich zum Vormonat schrumpften; Werte über 50 signalisieren Wachstum. Ein Index von 50 bedeutet keine Veränderung zum Vormonat.

„Die EMI-Dezember-Daten sind ein Beweis für die robuste Verfassung der deutschen Industrieunternehmen. Weiter steigende Auftragseingänge, der schwunghafte Stellenaufbau sowie die positiven Geschäftsaussichten der meisten Firmen lassen uns optimistisch ins erste Quartal des neuen Jahres blicken“, betonte Dr. Silvius Grobosch, Mitglied des geschäftsführenden Bundesvorstandes des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), am Donnerstag in Frankfurt. Mit Sorge beobachte der BME allerdings die anhaltend hohen Einkaufspreise – eine Folge der stetig teurer werdenden Rohstoffe.

„Die aktuelle Lage in der deutschen Industrie ist laut EMI fulminant. Manches scheint sogar grenzenlos, wenn da nicht die Kapazitätsbeschränkungen wären“, kommentierte Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, am Donnerstag auf BME-Anfrage die aktuellen EMI-Daten. Lieferverzögerungen und Engpässe bei Rohstoffen seien vermehrt zu beobachten. „Da liegen Preiserhöhungen in der Luft. Dies gilt sowohl für Güter als auch die Arbeitskräfte, denn der Arbeitskräftemangel wird deutlicher. Entsprechend rechnen wir in diesem Jahr auch mit einem Anstieg der Inflationsraten, insbesondere der Kernraten. Von unerwünscht niedriger Inflation, so wie es die EZB noch vor einiger Zeit bezeichnete, kann keine Rede mehr sein“, sagte die Helaba-Bankdirektorin dem BME.

„Die Ausgangslage für 2018 ist gut, wenngleich die Erfolgsmeldungen wohl nicht mehr so laut ausfallen dürften wie im Vorjahr. Zinsanstieg, Kapazitätsbeschränkungen und geopolitische Spannungen werden einige der Problemthemen des neuen Jahres sein“, sagte Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, am Donnerstag dem BME.

„Die Industrie hofft auf ein erfolgreiches Jahr 2018. Auch zum Jahresende konnte sie ihre Produktion erneut ausweiten“, kommentierte DIHK-Konjunkturexpertin Sophia Krietenbrink die aktuellen EMI-Daten. Die Industriebetriebe profitierten von einer hohen Nachfrage – insbesondere durch das gestiegene Investitionsvertrauen im In- und Ausland. „Kapazitätsengpässe in der Verkehrswirtschaft sorgen jedoch für längere Lieferzeiten und könnten so auch zu einem Flaschenhals für die gute Entwicklung in der Industrie werden – ebenso wie der Fachkräftemangel“, teilte Krietenbrink am Donnerstag dem BME mit.

Die Entwicklung der EMI-Teilindizes im Überblick:

Industrieproduktion: Die Produktion wurde im Dezember 2017 mit der dritthöchsten Rate seit Umfragebeginn vor knapp 22 Jahren gesteigert. Spitzenreiter in dieser Kategorie war der Investitionsgüterbereich, gefolgt vom Vorleistungsgüterbereich. Die Konsumgüterhersteller weiteten die Produktion hingegen weniger stark aus als im November.

Auftragseingang insgesamt/Export: Hauptwachstumstreiber blieb der Auftragseingang. Der entsprechende Teilindex wies das zweithöchste Plus seit Umfragebeginn aus; er wurde lediglich übertroffen vom bisherigen Rekordzuwachs im März 2010.
Die Auslandsbestellungen legten im Berichtsmonat ebenfalls zu. Besonders gefragt waren deutsche Industrieerzeugnisse in Asien, den USA und im europäischen Ausland.

Beschäftigung: Aufgrund der starken Nachfrage blieb der Stellenaufbau im Dezember ausgesprochen stark, er schwächte sich gegenüber dem Vormonat nur minimal ab. Der entsprechende Teilindex notierte abermals auf einem der höchsten Werte seit Umfragebeginn.

Einkaufs-/Verkaufspreise: Der Anstieg der durchschnittlichen Einkaufspreise schwächte sich zwar erstmals seit sechs Monaten wieder leicht ab, er blieb aber ausgesprochen stark. Verteuert haben sich den Befragten zufolge viele Rohstoffe, auch wegen verbreiteter Lieferengpässe.
Der rasante Kostenanstieg und die guten Nachfragebedingungen sorgten dafür, dass die Branchenakteure ihre Verkaufspreise im Dezember den 16. Monat in Folge erhöhen konnten. Die Steigerungsrate fiel nur geringfügig niedriger aus als zum 77-Monatshoch im November.

Jahresausblick*: Nach dem 11-Monatstief im November verbesserten sich die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist im Dezember wieder und fielen so optimistisch aus wie zuletzt im Juni 2017. Der entsprechende Teilindex notiert aktuell auf dem dritthöchsten Wert seit Beginn der Erhebung dieser Daten Mitte 2012.


 

EMI: Deutsche Industrie expandiert in rekordverdächtigem Tempo  

Frankfurt/Main, 04.12.2017: Die deutsche Industrie ist im November mit annähernder Rekordrate gewachsen. Das signalisiert der finale saisonbereinigte IHS Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI), gegenüber Oktober 1,9 Punkte gewann und auf 62,5 nach oben schnellte. Damit erreichte der wichtige Konjunkturindikator für das Verarbeitende Gewerbe den zweithöchsten Wert seit Umfragebeginn im April 1996. Höher notiert hatte der Index mit 62,7 Punkten lediglich im Februar 2011. Zum Vergleich: Der niedrigste, jemals gemessene Wert lag im Januar 2009 auf dem Höhepunkt der Finanz- und Wirtschaftskrise bei 32 Zählern. Die Teilindizes für Auftragseingang, Exportneugeschäft und Beschäftigung wiesen im November Steigerungsraten nahe ihrer Allzeithochs von 2010 und 2011 aus. Allerdings nahm der Kapazitätsdruck weiter zu, was die zweitstärkste jemals gemessene Zunahme der Auftragsbestände und eine abermals drastische Verlängerung der Lieferzeiten nach sich zog. Der Preisdruck fiel indes so hoch aus wie zuletzt vor sechseinhalb Jahren.

Der PMI-Hauptindex spiegelt das Ergebnis der November-Umfrage zur Wirtschafslage der Industrie Deutschlands in einem Wert wider. Eine EMI-Notierung unter der Referenzlinie von 50 zeigt an, dass die Geschäfte in der Industrie im Vergleich zum Vormonat schrumpften, Werte über 50 signalisieren Wachstum. Ein Wert von 50 bedeutet keine Veränderung zum Vormonat.

„Die deutsche Wirtschaft ist in prächtiger Verfassung. Das zeigt die anhaltende Flut an Neuaufträgen“, betonte Dr. Silvius Grobosch, Mitglied des geschäftsführenden Bundesvorstandes des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), am Montag in Frankfurt. Sorge bereiteten allerdings der Mangel an Ressourcen, sinkende Lagerbestände, wachsende Transportengpässe sowie die erneut deutlich gestiegenen Einkaufspreise.

„Die Stimmung in der deutschen Industrie ist – um das Vokabular des US-amerikanischen Präsidenten zu verwenden – fantastisch. Im Gegensatz zu den Aussagen von Donald Trump stimmt es hier tatsächlich mit den Fakten überein“, kommentierte Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, am Montag auf BME-Anfrage die aktuellen EMI-Daten. Die deutsche Wirtschaft brumme und kaum einer bemerke, dass der Preisdruck zunehme. Der jüngste EMI habe diesen Preisdruck, der insbesondere aus den hoch ausgelasteten Kapazitäten erfolge, hingegen gut eingefangen. Während in diesem Jahr der Anstieg der Preis größtenteils auf die Rohstoffe zurückzuführen gewesen sei, „sind es jetzt vornehmlich die leer gefegten Arbeitsmärkte. Inflation wird zunehmend zu einem Thema. Die Kernraten werden 2018 ansteigen“ sagte die Helaba-Bankdirektorin dem BME.

Nach Ansicht von Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, „hört das Jahr auf wie es begonnen hat: mit besser als erwarteten Wirtschaftsdaten“. Das sei ein gutes Sprungbrett für die nächsten Monate“, sagte Kater am Montag dem BME.

„Die Auftragsbücher der Industrie sind überaus gut gefüllt. Angesichts der kräftigen Nachfrage aus dem In- und Ausland wollen die Unternehmen auch verstärkt investieren – vor allem in Erweiterungen und Produktinnovationen“, kommentierte DIHK-Konjunkturexpertin Sophia Krietenbrink am Montag die aktuellen EMI-Daten. Zudem steige die Beschäftigung deutlich. Der DIHK rechne 2018 mit 60.000 Stellen in der Industrie. „Es könnten sogar noch mehr sein, allerdings nimmt die Fachkräfteproblematik zu. Mehr als jedes zweite Industrieunternehmen sieht hierin mittlerweile ein Risiko für seine Geschäftsentwicklung“, teilte Krietenbrink dem BME mit.

Die Entwicklung der EMI-Teilindizes im Überblick:

Industrieproduktion: Die Produktion wurde im November so kräftig hochgefahren wie zuletzt im April 2011. Spitzenreiter in dieser Kategorie war diesmal der Investitionsgüterbereich; doch auch im Vorleistungs- und Konsumgüterbereich wurde erheblich mehr hergestellt als im Oktober.

Auftragseingang insgesamt/Export: Die Nachfrage zog enorm an und bescherte sowohl Global Playern als auch KMU das höchste Auftragsplus seit März 2010. Als verkaufsfördernd zeigte sich laut Befragten auch die Neueinführung von Produkten.
Stark nachgefragt waren deutsche Industrieerzeugnisse im November erneut im Ausland, diesmal vor allem in Asien und den USA. Der entsprechende Teilindex erreichte den zweithöchsten Wert seit Umfragebeginn vor 21 Jahren. Höher notiert hatte er lediglich im März 2010.

Beschäftigung: Um die Kapazitäten weiter aufzubauen, beschleunigte sich der Beschäftigungsaufbau im November zum dritten Mal hintereinander und fiel so stark aus wie zuletzt im März 2011. Der entsprechende Teilindex erreichte den zweithöchsten Wert seit Umfragebeginn.

Einkaufs-/Verkaufspreise: Der Anstieg der durchschnittlichen Einkaufspreise beschleunigte sich im November zum fünften Mal hintereinander und fiel so stark aus wie zuletzt Anfang 2011. Verteuert haben sich laut Befragten vor allem Metalle, Stahl, Elektronikkomponenten und Kunststoffe.
Da die robuste Nachfrage die Preismacht der Unternehmen stärkte, wurden die Verkaufspreise so kräftig angehoben wie seit knapp sechseinhalb Jahren nicht mehr. Spitzenreiter in dieser Kategorie war der Vorleistungsgüterbereich, doch auch in den beiden anderen Industriebereichen erhöhten die Unternehmen ihre Verkaufspreise.

Jahresausblick*: Die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist trübten sich im Berichtsmonat weiter ein, was den entsprechenden Teilindex auf ein 11-Monatstief sinken ließ. Einige der Befragten befürchten eine Überhitzung des Marktes mit nachfolgender Konjunkturabkühlung, sich verschärfenden Kapazitätsengpässe und Knappheit bei Rohstoffen. Die Optimisten setzen auf die Erschließung neuer Märkte, vor allem auch mit neuen Produkten, und gehen von einer weiter boomenden Wirtschaft aus. Im historischen Vergleich notiert der Teilindex weiter auf ausgesprochen hohem Niveau.


 

EMI: Stimmung in der deutschen Industrie weiter euphorisch

Frankfurt/Main, 03.11.2017: Die deutsche Industrie hat ihren starken Wachstumskurs im Oktober beibehalten. Das signalisiert der finale saisonbereinigte IHS Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI), der mit 60,6 Punkten unverändert auf dem 77-Monatshoch von September notiert. Spitzenreiter beim Wachstum waren auch diesmal wieder der Vorleistungs- und Investitionsgüterbereich, während der Konsumgüterbereich hinterherhinkte. Produktion und Auftragseingang legten im Oktober erneut kräftig zu. Die Beschäftigung wurde in so hohem Tempo aufgebaut wie zuletzt im April 2011. Die Lieferschwierigkeiten verschärften sich indes, was die rekordverdächtige Verlängerung der Lieferzeiten zeigt. Die Einkaufspreise haussierten weiter. Der PMI-Hauptindex setzt sich aus den Unterindizes für Auftragseingang, Produktion, Beschäftigung, Lieferzeiten und Vormateriallager zusammen und spiegelt das Ergebnis der Oktober-Umfrage zur Konjunkturlage der Industrie Deutschlands in einem Wert wider. Werte über 50 Punkten signalisieren Wachstum.

„Die deutsche Industrie wächst kräftig weiter. Damit beginnt das Verarbeitende Gewerbe das vierte Quartal so, wie es das vorherige beendet hat“, betonte Dr. Silvius Grobosch, Mitglied des geschäftsführenden Bundesvorstandes des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), am Freitag in Frankfurt. Ob die Einkaufspreise angesichts der stetig steigenden Rohstoffpreise weiter anziehen, müsse abgewartet werden. „Unsere Einkäufer sind deshalb gut beraten, die Märkte kontinuierlich und akribisch zu scannen“, fügte Grobosch hinzu.

„Laut EMI ist die Stimmung in der deutschen Industrie gut, besser gesagt sogar weiterhin euphorisch. Im Laufe dieses Jahres wurden sukzessiv bessere Werte erreicht – und dass trotz der angeblich hohen politischen Risiken“, kommentierte Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, am Freitag auf BME-Anfrage die aktuellen EMI-Daten. Ein Großteil davon habe sich nicht materialisiert, wie beispielsweise in Frankreich. Traud: „Donald Trump hat seinen protektionistischen Ankündigungen bislang keine Taten folgen lassen. Gibt es jetzt gar keine Risiken mehr? Vermutlich nicht.“ Allerdings würden diese wohl wieder eher ökonomischer Natur und weniger politisch geprägt sein. „Für das Jahr 2018 bleiben wir optimistisch. Auch dann ist in Deutschland wieder ein Wachstum um zwei Prozent möglich“, sagte die Helaba-Bankdirektorin dem BME.

Nach Ansicht von Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, „profitiert die deutsche Konjunktur derzeit sowohl von der guten Binnenkonjunktur als auch von der fortgesetzten globalen Erholung, die auf außergewöhnlich breiter regionaler Basis steht“. Die Unternehmen sähen daher kaum Risiken, denn ein möglicher Ausfall eines Handelspartners könne durch zahlreiche andere kompensiert werden. „Zudem hat sich der Nebel der politischen Unsicherheit in den vergangenen Monaten spürbar gelichtet“, sagte Kater am Freitag dem BME.

„Die Industrie bleibt auf Wachstumskurs. Die gute Beschäftigungsentwicklung, niedrige Zinsen und die positive Entwicklung der Auslandsmärkte treiben die Konjunktur an“, kommentierte DIHK-Konjunkturexpertin Sophia Krietenbrink am Freitag die aktuellen EMI-Daten. Die Unternehmen stünden in den Startlöchern für einen investitionsgetriebenen Aufschwung. Der DIHK rechne daher mit einem Wirtschaftswachstum von 2,2 Prozent für 2018, nach 2,0 Prozent im laufenden Jahr. „Allerdings könnte der Fachkräftemangel den geplanten Beschäftigungsaufbau vieler Unternehmen begrenzen“, teilte Krietenbrink dem BME mit.

Die Entwicklung der EMI-Teilindizes im Überblick:

Industrieproduktion: Trotz leichter Abschwächung gegenüber September blieb die Produktionssteigerungsrate im Oktober überdurchschnittlich hoch. Spitzenreiter war erneut der Vorleistungsgüterbereich, gefolgt vom Investitionsgüterbereich.

Auftragseingang insgesamt/Export: Die robuste Nachfrage sorgte dafür, dass sowohl Global Player als auch KMU im Berichtsmonat erneut einen der stärksten Auftragszuwächse seit sechseinhalb Jahren verbuchten. Der Teilindex gab gegenüber September nur geringfügig nach. Von den Exportmärkten gingen im Oktober noch mehr Neuaufträge ein als im September. Übertroffen wurde das Plus lediglich vom jüngsten Hoch im August. Stark gefragt waren Industrieerzeugnisse „Made in Germany“ diesmal laut Umfrageteilnehmern vor allem in China, den USA und Italien.

Beschäftigung: Um den hohen Produktionsanforderungen nachzukommen und den Kapazitätsdruck zu mildern, beschleunigte sich der Jobaufbau zum zweiten Mal hintereinander und fiel so kräftig aus wie zuletzt im April 2011. Der Teilindex erreichte den vierthöchsten Wert seit Umfragebeginn. Spitzenreiter war der Investitionsgüterbereich, der Konsumgüterbereich hingegen Schlusslicht.

Einkaufs-/Verkaufspreise: Der Anstieg der durchschnittlichen Einkaufspreise beschleunigte sich im Oktober zum vierten Mal hintereinander und fiel wieder so stark aus wie im April, als der entsprechende Teilindex den höchsten Wert seit knapp sechs Jahren erreicht hatte. Um die gestiegenen Einkaufspreise an die Kunden weiterzugeben, wurden die Verkaufspreise abermals deutlich angehoben. Allerdings fiel die Erhöhung etwas schwächer aus als im September. 16 Prozent der Befragten vermeldeten diesmal höhere, und nur drei Prozent rückläufige Verkaufspreise.

Jahresausblick*: Im Zuge der anstehenden Neueinführung von Produkten und der hervorragenden Nachfrageentwicklung blieben die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist im Oktober zwar ausgesprochen positiv, der Grad an Optimismus sank jedoch auf ein Sieben-Monatstief.


 

EMI: Deutscher Industrie-Motor auch im September hochtourig

Frankfurt/Main, 05.10.2017: Die deutsche Industrie ist im September so kräftig gewachsen wie seit über sechs Jahren nicht mehr. Das signalisiert der finale saisonbereinigte IHS Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI). Er verbesserte sich gegenüber August um 1,3 Punkte und erreichte mit 60,6 den höchsten Wert seit April 2011. Produktion und Beschäftigung legten sogar noch stärker zu als im August. Rekordverdächtig lange Lieferzeiten deuten jedoch auf erhebliche Lieferschwierigkeiten hin, und der Anstieg der Einkaufspreise hat sich ebenfalls erheblich beschleunigt.

Der PMI-Hauptindex setzt sich aus den Unterindizes Auftragseingang, Produktion, Beschäftigung, Lieferzeiten und Vormateriallager zusammen und spiegelt das Ergebnis der September-Umfrage zur Konjunkturlage der Industrie Deutschlands in einem Wert wider.

„Der EMI scheint im Moment nur einen Weg zu kennen – und der führt nach oben. Der anhaltend robuste Aufschwung lässt uns voller Zuversicht in das 4. Quartal blicken“, betonte Dr. Silvius Grobosch, Mitglied des geschäftsführenden Bundesvorstandes des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), am Donnerstag in Frankfurt. Etwas Sorge bereiteten dagegen die erneut gestiegenen Einkaufspreise. Einen der Hauptgründe dafür sieht Grobosch in den seit Jahresbeginn wieder anziehenden Preisen für Industrierohstoffe.

„Der EMI hat zuletzt wieder deutlich an Fahrt aufgenommen. Die deutsche Industrie läuft rund, beschleunigt sich sogar noch“, kommentierte Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, am Donnerstag auf BME-Anfrage die aktuellen EMI-Daten. Die deutsche Wirtschaft sei somit breit aufgestellt. Die Verbraucher blieben in bester Konsumlaune, die Bauwirtschaft sei weiter stark und auch die Investitionen würden dynamischer. Im laufenden Jahr wird das deutsche Bruttoinlandsprodukt Traud zufolge voraussichtlich sogar die Marke von zwei Prozent überschreiten. 2018 sei mit einem fast genauso so hohen Wachstum zu rechnen. „Daran wird auch die Ende Oktober zu erwartende Ankündigung der EZB, den Einstieg in den Ausstieg der ultralockeren Geldpolitik vorzunehmen, nichts ändern“, sagte die Helaba-Bankdirektorin dem BME.

Nach Ansicht von Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, „bekommt die Konjunktur im Herbst noch einmal einen richtigen Schub. Dieser wird auch die Aktienmärkte weiter treiben.“ Die Daten des EMI deuteten auch darauf hin, dass langsam die Inflation anziehe. „Damit könnte es etwas turbulent werden an den Finanzmärkten im kommenden Jahr“, sagte Kater am Donnerstag dem BME.

Die Entwicklung der EMI-Teilindizes im Überblick:

Industrieproduktion: Die Industrieproduktion wurde im September so kräftig ausgeweitet wie seit knapp sechseinhalb Jahren nicht mehr.

Auftragseingang: Beim Auftragseingang verbuchten die deutschen Industrieunternehmen im Berichtsmonat das zweithöchste Plus seit April 2011; es wurde lediglich übertroffen vom Zuwachs im Juni dieses Jahres. Wie bereits seit Jahresanfang ging von den Exportmärkten auch im September ein starker Nachfrageimpuls aus. Unterm Strich fiel das Exportorderplus zwar etwas niedriger aus als im August, es blieb jedoch überdurchschnittlich hoch. Besonders gefragt waren deutsche Industrieerzeugnisse in Asien.

Beschäftigung: Der kräftige Auftragsschub zog den stärksten Beschäftigungsaufbau seit Mai 2011 nach sich. Am meisten neue Stellen wurden diesmal im Investitionsgüterbereich geschaffen, dicht gefolgt vom Vorleistungsgüterbereich.

Einkaufs-/Verkaufspreise: Der Kostenanstieg erreichte ein Fünfmonatshoch und fiel stärker aus als im bisherigen Jahresdurchschnitt. Verteuert haben sich laut Befragten neben Chemikalien auch Energie und zahlreiche Metalle, darunter Aluminium, Kupfer, Messing und Stahl. Der Anstieg der Verkaufspreise beschleunigte sich den zweiten Monat in Folge und fiel so stark aus wie seit über sechs Jahren nicht mehr. Ausschlaggebend hierfür war der rasante Kostenauftrieb, den die Unternehmen an ihre Kunden weiterzugeben bestrebt waren.

Jahresausblick*: Die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist fielen im September sogar noch optimistischer aus als in den beiden Vormonaten. Der entsprechende Teilindex notiert aktuell nur knapp unter dem Rekordhoch von Anfang 2014. Immerhin fast 40 Prozent der Befragten erwarten, dass sich der gegenwärtige Wachstumstrend fortsetzen wird. Einige hingegen sehen den Markt zunehmend gesättigt und gehen eher davon aus, dass das hohe Niveau nicht gehalten werden kann.


 

Deutsche Industrie schaltet im August einen Gang höher

Frankfurt/Main, 01.09.2017: Nach der leichten Delle im Juli hat die deutsche Wirtschaft im August wieder an Dynamik gewonnen und ist fast so stark gewachsen wie zum Sechs-Jahreshoch im Mai und Juni. Beschleunigtes Produktionswachstum ging einher mit einem höheren Auftragsplus. Beim Exportneugeschäft verbuchten die Unternehmen sogar den stärksten Zuwachs seit Mai 2010. Gleichzeitig verlängerten sich die Lieferzeiten allerdings so drastisch wie zuletzt im April 2011. Das signalisiert der finale saisonbereinigte IHS Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI). Er stieg im August binnen Monatsfrist um 1,2 Punkte auf 59,3 und erreichte damit den dritthöchsten Wert seit April 2011. Gleichzeitig notiert der wichtige Konjunktur-Indikator bereits seit 33 Monaten über der neutralen Marke von 50 Punkten, ab der Wachstum angezeigt wird. Dies ist der zweitlängste Zeitraum ununterbrochenen Wachstums seit Umfragebeginn vor 21 Jahren. Der PMI-Hauptindex spiegelt das Ergebnis der August-Umfrage zur Konjunkturlage der Industrie Deutschlands in einem Wert wider.

„Der starke Anstieg des EMI-Teilindex Industrieproduktion ist ein Indiz für die anhaltend gute Verfassung der deutschen Wirtschaft. Daran dürfte sich auch in den kommenden Monaten nichts ändern“, betonte Dr. Silvius Grobosch, Mitglied des geschäftsführenden Bundesvorstandes des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), am Freitag in Frankfurt. „Weiter beobachten müssen wir die Entwicklung der Einkaufspreise, die bereits den 14. Monat in Folge zulegten“, fügte Grobosch hinzu.

„Der EMI lässt sich nicht unterkriegen. Das heißt nichts anderes, als dass sich die deutsche Industrie auf einem stabilen Wachstumspfad befindet“, kommentierte Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, am Freitag auf BME-Anfrage die aktuellen EMI-Daten. Vielleicht bekomme US-Präsident Donald Trump jetzt doch eine Steuerreform hin, so dass die Impulse aus den USA im nächsten Jahr noch etwas zunehmen werden. Protektionistische Maßnahmen stehen nach Einschätzung der Helaba-Bankdirektorin zumindest derzeit nicht mehr im Mittelpunkt. Europa, insbesondere die Eurozone, wachse stärker und auch die Schwellenländer hätten die Kurve bekommen. „All dies kommt der deutschen Industrie zugute“, sagte Traud dem BME.

Nach Ansicht von Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, scheint das Wirtschaftsvertrauen unerschütterlich. „Die zahlreichen Unsicherheitsfaktoren in den vergangenen zwei Jahren konnten den Stimmungshöhenflug nicht aufhalten; auch nicht die jüngsten Konflikte mit Nordkorea oder der Türkei. Die Zahlen deuten an, dass eine Abkühlung der Konjunktur im dritten Quartal nicht in Sicht ist“, sagte Kater am Freitag dem BME.

„Der Aufschwung ist mittlerweile auch in der Industrie voll angekommen. Die Investitionen legen endlich zu und der Konsum wirkt weiter als Konjunkturstütze“, kommentierte DIHK-Konjunkturexpertin Sophia Krietenbrink am Freitag die aktuellen EMI-Daten. Die deutschen Exporteure trotzten den wirtschaftspolitischen Unwägbarkeiten. Ein wachsendes Problem aus Sicht der Unternehmen sei allerdings der Fachkräftemangel. Betriebe in weiten Teilen Deutschlands fänden nicht mehr die nötigen Mitarbeiter, um Aufträge abzuarbeiten. „Fast jeder zweite Industriebetrieb sieht seine Geschäftsentwicklung hierdurch aktuell gefährdet“, teilte Krietenbrink dem BME mit.

Die Entwicklung der EMI-Teilindizes im Überblick:

Industrieproduktion: Infolge des hohen Auftragseingangs fiel die 52. Produktionssteigerung in Folge wieder stärker aus als zum Sechs-Monatstief im Juli. Der entsprechende Teilindex klettert auf den vierthöchsten Wert seit April 2011. Deutlich mehr produziert wurde im Vorleistungs- und Investitionsgüterbereich, während sich die Erzeugung im Konsumgüterbereich abschwächte.

Auftragseingang: Auch der Auftragseingang erholte sich von seiner leichten Delle im Juli wieder und wies das dritthöchste Plus seit April 2011 aus. Verstärkte Zuwächse verbuchten die Vorleistungs- und Investitionsgüterhersteller, im Konsumgüterbereich schwächte sich die Nachfrage hingegen ab.
Die Auslandsbestellungen legten so kräftig zu wie seit Mai 2010 nicht mehr. Der entsprechende Teilindex stieg auf den siebthöchsten Wert seit Umfragebeginn im April 1996. Besonders gefragt waren Industrieerzeugnisse „Made in Germany“ diesmal in Asien. Seit August 2015 verbuchen die Firmen nun bereits ununterbrochen Exportorderzuwächse.

Beschäftigung: Der 17. Stellenaufbau in Folge schwächte sich zwar zum dritten Mal hintereinander von seinem Sechs-Jahreshoch im Mai ab, er zählte jedoch erneut zu einem der stärksten seit Umfragebeginn. Erhebliche Zuwächse vermeldeten der Vorleistungs- und Investitionsgüterbereich, im Konsumgüterbereich wurden hingegen vereinzelt Stellen gestrichen.

Einkaufs-/Verkaufspreise: Der 14. Anstieg der Einkaufspreise in Folge fiel wieder stärker aus als in den beiden Vormonaten. Die extremen Werte, die zwischen Dezember 2016 und Mai 2017 verzeichnet wurden, wurden jedoch nicht erreicht. Der Konsumgüterbereich vermeldete den kräftigsten Anstieg.
Die Verkaufspreise wurden im August infolge der Verteuerung von Rohstoffen wieder fast genauso stark angehoben wie zum 68-Monatshoch im Februar. Alle drei von der Umfrage erfassten Industriebereiche erhöhten ihre Verkaufspreise kräftig.

Jahresausblick*: Wegen des kräftigen Zuwachses an Neuaufträgen, zu erwartenden neuen Projekten, aber auch dem erhofften, anhaltenden Konjunkturaufschwung in der Eurozone blieben die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist im August ausgesprochen positiv. Der entsprechende Teilindex notiert ein weiteres Mal auf einem der höchsten Werte seit Beginn der Erhebung dieser Daten im Juli 2012.


 

Deutsche Industrie im Juli weiter auf Wachstumskurs

Frankfurt/Main, 02.08.2017: Trotz leichter Abschwächung verzeichnete die deutsche Industrie im Juli weiter ein kräftiges Wachstum. Verringert haben sich gegenüber dem Vormonat allerdings die Zuwächse bei Produktion, Auftragseingang und Beschäftigung, wenngleich die entsprechenden Teilindizes erneut auf hohem Niveau notierten. Das signalisiert der finale saisonbereinigte IHS Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI). Er gab zwar binnen Monatsfrist um 1,5 Punkte auf 58,1 nach und landete damit auf einem Fünfmonatstief. Gleichzeitig bewegt sich der wichtige Konjunktur-Indikator bereits seit 32 Monaten über der neutralen Marke von 50 Punkten, ab der Wachstum signalisiert wird. Dass ist der zweitlängste Zeitraum ununterbrochenen Anstiegs seit Umfragebeginn vor 21 Jahren. Der EMI spiegelt das Ergebnis der Juli-Umfrage zur Konjunkturlage der Industrie Deutschlands in einem Wert wider.

„Die deutsche Industrie hat im Juli leicht an Dynamik verloren. Dennoch expandierte das Verarbeitende Gewerbe weiter mit hohem Tempo“, betonte Dr. Silvius Grobosch, Mitglied des geschäftsführenden Bundesvorstandes des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), am Mittwoch in Frankfurt. „Im Auge behalten müssen wir die Entwicklung der Einkaufspreise, die bereits den 13. Monat in Folge zulegten“, fügte Grobosch hinzu.

„Wie nicht anders zu erwarten, hat der EMI zuletzt leicht nachgegeben“, kommentierte Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, am Mittwoch auf BME-Anfrage die aktuellen EMI-Daten. Das Wachstum der deutschen Industrie sei nach Einschätzung der Helaba-Bankdirektorin weiterhin gut; „aber die Bäume wachsen nun mal nicht in den Himmel. Wer sich das gewünscht haben sollte, hat offensichtlich nichts aus der Finanzkrise gelernt. So wie der deutsche Leitindex von seinem überbewerteten Niveau derzeit korrigiert, vollzieht auch der EMI eine Regression zur Mitte. Das heißt nichts anderes, als dass sich der solide Wachstumspfad fortsetzen wird“, sagte Traud dem BME.

Nach Ansicht von Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, „läuft die deutsche Konjunktur gut, vielleicht sogar sehr gut, aber bei weitem nicht so gut wie es viele Stimmungsindikatoren derzeit nahelegen“. Eine Korrektur der Stimmungsindikatoren sei wahrscheinlich. Möglicherweise geben die Querelen um die deutsche Automobilindustrie dazu den Startschuss, der im Sommerloch besonders laut halle. „Eine solche Abwärtskorrektur wäre aber nicht der Anfang vom Abschwung und damit der Start auf dem Weg in die nächste Rezession. Es wäre lediglich die Rückkehr des Realismus“, sagte Kater am Mittwoch dem BME.

„Das Industriewachstum setzt sich fort. Es steht weiterhin auf außergewöhnlich breiter Basis“, kommentierte DIHK-Konjunkturexpertin Sophia Krietenbrink am Mittwoch die aktuellen EMI-Daten. Der Konsum profitiere von der guten Beschäftigungsentwicklung und von geringen Preissteigerungen. Zusätzlich kämen von Investitionen und Exporten positive Impulse. „Die Ausfuhren in fast alle wichtigen Absatzmärkte steigen – mit Ausnahme der Türkei und UK. Insgesamt sind viele Unternehmen jedoch vor allem deshalb zufrieden, weil die Wirtschaft schon so lange wächst – nicht weil sie besonders stark wächst“, teilte Krietenbrink dem BME abschließend mit.

Die Entwicklung der EMI-Teilindizes im Überblick:

Industrieproduktion: Die 51. Produktionssteigerung in Folge fiel im Juli zwar schwächer aus als in den zurückliegenden fünf Monaten, blieb aber dank des hohen Zuwachses beim Auftragseingang insgesamt stark. Spitzenreiter war diesmal der Konsumgüterbereich.

Auftragseingang: Der Auftragseingang wies im Berichtsmonat zum 32. Mal hintereinander ein Plus aus – so lang wie nie zuvor in der bisherigen Umfragegeschichte. Trotz anhaltend kräftiger Nachfrage von wichtigen Exportmärkten sank der Teilindex im Juli auf ein Fünfmonatstief.
Das Exportorderplus verringerte sich ein weiteres Mal und landete auf einem Fünfmonatstief. Dass die Zuwachsrate dennoch erneut höher ausfiel als in den zurückliegenden sechs Jahren lag an der robusten Nachfrage aus Europa, China und weiteren asiatischen Ländern.

Beschäftigung: Die Beschäftigung legte im Juli abermals überdurchschnittlich stark zu, der entsprechende Teilindex notiert aktuell auf dem dritthöchsten Wert seit Mai 2011. Seit April 2016 hält der Jobaufbau nun bereits ununterbrochen an.

Einkaufs-/Verkaufspreise: Wegen anhaltender Lieferengpässe aber auch Verknappungen von Vormaterial legten die Einkaufspreise nicht nur den 13. Monat in Folge zu, der Anstieg beschleunigte sich gegenüber Juni sogar nochmals leicht. Die Inflationsrate lag jedoch unter den zwischen Dezember und Mai erreichten Werten.
Die 11. Anhebung der Verkaufspreise in Folge fiel im Berichtsmonat schwächer aus als in den zurückliegenden fünf Monaten. Dass die Steigerungsrate dennoch hoch blieb, lag daran, dass zahlreiche Unternehmen die Kostenanstiege an ihre Kunden weitergaben, insbesondere die Konsumgüterhersteller.

Jahresausblick*: Die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist fielen nicht mehr ganz so optimistisch aus wie im Juni, blieben aber insgesamt ausgesprochen positiv. Mehr als ein Drittel der Befragten versprechen sich vom prächtigen Konjunkturverlauf, neuen Projekten und gut gefüllten Auftragsbüchern weiter gute Geschäfte. Lediglich knapp fünf Prozent der Umfrageteilnehmer rechnen bis Juli 2018 mit Geschäftseinbußen und begründeten dies mit der sich wahrscheinlich abschwächenden Konjunktur, den weltweiten Krisenherden und der schwer zu berechnenden US-amerikanischen Politik.


 

Deutsche Industriebänder laufen heiß

Frankfurt/Main, 07.06.2017: Die deutsche Industrie hat im Mai nochmals an Dynamik gewonnen und ist so kräftig gewachsen wie seit über sechs Jahren nicht mehr. Das signalisiert der saisonbereinigte IHS Markit/BME Einkaufsmanager Index (EMI), der im Mai mit 59,5 (Vormonat: 58,2) das kräftigste Wachstum seit April 2011 erzielte. Der wichtige Indikator für die deutsche Wirtschaft notiert nun bereits seit zweieinhalb Jahren über der neutralen Marke von 50 Punkten. Das ist der zweitlängste Zeitraum ununterbrochenen Wachstums seit Umfragebeginn vor 21 Jahren. Der EMI spiegelt das Ergebnis der Mai-Umfrage zur Konjunkturlage der Industrie Deutschlands in einem Wert wider. In die Berechnung des PMI-Hauptindexes fließen unter anderem die Teilindizes Produktion, Auftragseingang, Beschäftigung, Lieferzeiten und Vormateriallager ein. Werte über 50 Punkte bedeuten Wachstum.

„Die deutsche Industrie hat im Mai erstmals wieder an die EMI-Höchstwerte vor Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise anknüpfen können. Das lässt uns optimistisch in die Zukunft blicken“, betonte Dr. Silvius Grobosch, Mitglied des geschäftsführenden Bundesvorstandes des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), am Mittwoch in Frankfurt. Erfreulich sei zudem, dass sich der Anstieg der Einkaufspreise im Berichtsmonat spürbar abgeschwächt habe.

„Es läuft richtig rund in der deutschen Industrie“, sagte Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, am Mittwoch dem BME. Nach dem guten Jahresauftakt signalisiere der EMI, dass es auch im Laufe des Jahres so bleiben wird. „Wir haben unsere Wachstumsprognose 2017 für Deutschland von 1,5 auf 1,8 Prozent kalenderbereinigt nach oben genommen. Auch die politischen Störfeuer scheinen langsam zu verglimmen. Jetzt stellt sich eigentlich nur noch die Frage, welche abstrusen Ideen von Donald Trump noch kommen könnten“, so Traud abschließend.

Nach Ansicht von Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, „verharren die Konjunkturindikatoren weltweit auf hohem Niveau. Wahrscheinlich sind nun jedoch die höchsten Werte erreicht.“ Ein Rückgang der euphorischen Stimmungswerte der vergangenen Monate würde diese jedoch lediglich der gemessenen Realität annähern“, sagte Kater am Mittwoch dem BME.

„Die Industrie gewinnt zunehmend an Stärke. Die Nachfrage aus dem In- und Ausland steigt“, kommentierte DIHK-Konjunkturexperte Dr. Dirk Schlotböller die aktuellen EMI-Daten. Die Exporte würden durch den nach wie vor günstigen Wechselkurs gestützt. Auch die Investitionen zögen etwas an – in Deutschland und weltweit. „Rückgänge im Außenhandel mit dem Vereinigten Königreich und der Türkei können daher aktuell noch kompensiert werden. Insgesamt ist 2017 ein Wachstum von 1,8 Prozent realistisch“, teilte Schlotböller am Mittwoch dem BME mit.

„Stimmung und Lage in der deutschen Industrie sind im Frühjahr 2017 ausgesprochen gut. Wir rechnen angesichts dieser Daten auch im 2. Quartal dieses Jahres mit einer steigenden Industrieproduktion“, sagte BDI-Konjunkturexperte Thomas Hüne am Mittwoch dem BME.

Die Entwicklung der EMI-Teilindizes im Überblick:

Industrieproduktion: Aufgrund des starken Auftragszuwachses wurde die Produktion im Mai so kräftig ausgeweitet wie seit April 2011 nicht mehr. Seit 49 Monaten steigt die Produktion nun bereits ununterbrochen - so lange wie nie zuvor seit Umfragebeginn im April 1996. Die höchste Steigerungsrate vermeldete im Mai der Vorleistungsgüterbereich, hier wurde ein neues Allzeithoch erreicht.

Auftragseingang: Die Nachfrage zog im Mai zum vierten Mal innerhalb der vergangenen sechs Monate an und sorgte sowohl bei Global Playern als auch bei KMU für das höchste Auftragsplus seit April 2011. Spitzenreiter war diesmal der Investitionsgüterbereich, gefolgt vom Vorleistungsgüterbereich.
Bei den Auslandsbestellungen verbuchten die Branchenakteure das höchste Plus seit sieben Jahren, nicht zuletzt dank der starken Nachfrage aus Asien. Seit 22 Monaten legen die Exportaufträge nun bereits ununterbrochen zu – so lange wie seit neun Jahren nicht mehr. Spitzenreiter in dieser Kategorie war der Investitionsgüterbereich.

Beschäftigung: Infolge der starken Nachfrage fiel der 14. Jobaufbau in Folge so kräftig aus wie seit sechs Jahren nicht mehr. Der entsprechende Teilindex liegt aktuell auf dem sechshöchsten Wert seit Umfragebeginn. Höher notiert hatte er lediglich in den ersten fünf Monaten des Jahres 2011.

Einkaufs-/Verkaufspreise: Der Anstieg der Einkaufspreise schwächte sich spürbar ab und war der niedrigste seit sechs Monaten. Verteuert hat sich laut Befragten diesmal vor allem Stahl, doch auch bei anderen Rohstoffen kam es zu Lieferengpässen. Am stärksten gestiegen sind die Einkaufspreise im Investitionsgüterbereich.
Die neunte Anhebung der Verkaufspreise in Folge fiel zwar schwächer aus als in den drei Vormonaten, die Steigerungsrate blieb jedoch hoch. So gaben die Unternehmen eigenen Angaben zufolge die höheren Einkaufspreise ein weiteres Mal an ihre Kunden weiter.

Jahresausblick*: Im Zuge des guten Konjunkturverlaufs, der starken Nachfrage, der Einführung neuer Produkte und der schwindenden politischen Unsicherheit blieben die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist im Mai ausgesprochen positiv. Der entsprechende Teilindex gab gegenüber April zwar leicht nach, er notiert aktuell jedoch auf dem vierthöchsten Wert seit Beginn der Erhebung dieser Daten im Juli 2012.


 

Deutsche Industrie auch im April weiter in Topform

Frankfurt/Main, 04.05.2017: Die deutsche Industrie ist mit Volldampf ins zweite Quartal 2017 gestartet. Produktion, Auftragseingang und Beschäftigung legten mit nur geringfügig reduziertem Tempo weiter zu. Das signalisiert der saisonbereinigte Markit / BME Einkaufsmanager Index (EMI), der im April mit 58,2 fast die gleiche Wachstumsrate aufwies wie beim annähernden Sechs-Jahreshoch im März (58,3). Allerdings verschärfte sich auch der Kostendruck. Dennoch: Seit 29 Monaten ist die deutsche Industrie nun bereits auf Expansionskurs – das ist der zweitlängste Zeitraum seit Umfragebeginn vor genau 21 Jahren. Der wichtige Indikator für die gesamte deutsche Wirtschaft spiegelt das Ergebnis der April-Umfrage zur Konjunkturlage des Produzierenden Gewerbes in einem Wert wider.

„Die jüngsten EMI-Daten sind ein Beleg für den nachhaltigen Aufschwung in Deutschland. Die Wirtschaft trotzt damit weiterhin erfolgreich den zahlreichen globalen Krisenherden“, betonte Dr. Silvius Grobosch, Mitglied des geschäftsführenden Bundesvorstandes des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), am Donnerstag in Frankfurt. Angesichts der weiter steigenden Beschaffungspreise „sind unsere Einkäufer gut beraten, den Kostenauftrieb im Auge zu behalten“, fügte Grobosch hinzu.

„Trotz Trump, trotz Beginn der Brexit-Verhandlungen, trotz Unsicherheit aufgrund der Wahlen in Frankreich, also trotz allem wächst die deutsche Industrie weiter. Die Rahmenbedingungen scheinen schwieriger, die Nachfrage nach deutschen Produkten bleibt aber hoch“, sagte Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, am Donnerstag dem BME. Besonders erfreulich sei die zunehmende Dynamik bei der Investitionsgüternachfrage. Sowohl das In- als auch das Ausland fragten deutsche Produkte intensiv nach. Die Kapazitäten seien weitgehend ausgelastet. Dies spreche für weitere Investitionen im Inland. Entscheidend für die Zukunft der deutschen Industrie ist nach Einschätzung der Helaba-Bankdirektorin hochqualifizierte Fachkräfte anziehen zu können, ohne dabei die Wettbewerbsfähigkeit zu belasten. Bereits seit mehreren Jahren stiegen in Deutschland die Lohnstückkosten, da die Produktivität nicht mehr mit den Löhnen mithalten könne. Herausfordernd könnten Traud zufolge auch die Steuerpläne des US-Präsidenten Trump sein, die massive Steuererleichterungen für US-Unternehmen vorsehen. Für den Fall, dass diese umgesetzt werden, könnte der Standort USA an Attraktivität gewinnen und deutsche Produktionsstätten unter Druck setzen. „Dies ist aber deutlich positiver zu beurteilen, als die vormals diskutierte ‚big border tax‘, die für deutsche Unternehmen sehr teuer gekommen wäre“, teilte Traud dem BME abschließend mit.

Nach Ansicht von Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, „war das vorerst der letzte Anstieg. Die weiter gestiegenen deutschen Stimmungswerte täuschen ein wenig über die globale Lage hinweg.“ Fakt sei, dass außerhalb von Europa in allen wichtigen Regionen eine Eintrübung des Wirtschaftsklimas zu verzeichnen gewesen sei. „Diese dürfte sich in den kommenden Monaten auch in Deutschland zeigen, wo die fast schon euphorische Stimmung schon lange nichts mehr mit den harten Daten zu tun hat“, sagte Kater am Donnerstag dem BME.

„Die Industrie gewinnt weiter an Stärke. Schon zu Jahresbeginn waren die Betriebe deutlich optimistischer als in den vergangenen Jahren“, kommentierte DIHK-Konjunkturexperte Dr. Dirk Schlotböller die aktuellen EMI-Daten. Das habe neben dem Exportschub auch an einer etwas größeren Investitionsdynamik gelegen. „Viele Unternehmen schieben ihre Investitionen schlichtweg nicht mehr weiter auf – trotz bisweilen hoher Unsicherheit. Der Blick auf die Geschäftsentwicklung im weiteren Jahresverlauf ist zuversichtlich“, teilte er am Donnerstag dem BME mit.

„Die deutsche Industrie befindet sich auf einem robusten Expansionskurs. Längere Lieferzeiten und hohe Auftragsbestände sollten langsam auch Investitionen nach sich ziehen“, sagte BDI-Konjunkturexperte Thomas Hüne am Donnerstag dem BME. Die weltwirtschaftlichen Risiken nehmen jedoch seiner Einschätzung nach weiter zu.

Die Entwicklung der EMI-Teilindizes im Überblick:

Industrieproduktion: Die Produktionssteigerungsrate verlangsamte sich zwar erstmals wieder leicht, sie war jedoch immer noch die dritthöchste seit Beginn der Ausweitung vor genau vier Jahren. Spitzenreiter war diesmal der Vorleistungsgüterbereich, doch auch in den beiden anderen Industriebereichen wurde abermals erheblich mehr hergestellt als im März.

Auftragseingang: Beim Auftragseingang verbuchten sowohl Global Player als auch mittelständische Firmen das zweithöchste Plus seit Januar 2014. Der entsprechende Teilindex sank gegenüber März nur leicht. Im Investitionsgüterbereich gingen diesmal am meisten Neuaufträge ein.
Der 21. Zuwachs an Exportbestellungen in Folge war der zweithöchste seit sechs Jahren. Besonders gefragt waren Industrieerzeugnisse „Made in Germany“ im April in den USA, China und Asien, doch auch aus Russland, Indien, Italien, Spanien und den Niederlanden gingen Neuaufträge ein.

Beschäftigung: Der 13. Jobaufbau in Folge fiel nur geringfügig schwächer aus als zum 68-Monatshoch im März. Bei knapp einem Fünftel der Befragten legte die Beschäftigung zu, was zum großen Teil mit Kapazitätserweiterungen wegen des Zuwachses an Neu- und Folgeaufträgen begründet wurde.

Einkaufs-/Verkaufspreise: Besonders wegen der Verteuerung von Stahl, Energie und Chemikalien sowie höheren Ausgaben für Löhne und Gehälter beschleunigte sich der Kostenauftrieb im April zum neunten Mal in Folge und fiel außerdem so stark aus wie zuletzt im Mai 2011. Der Investitionsgüterbereich war diesmal am stärksten davon betroffen.
Vor allem aufgrund der anhaltenden Verteuerung von Rohstoffen wurden die Verkaufspreise auch im April kräftig angehoben, gegenüber dem 68-Monatshoch von März schwächte sich die Rate jedoch leicht ab. Der entsprechende Teilindex notiert aktuell auf dem dritthöchsten Wert seit Juli 2011. Im Vorleistungsgüterbereich wurden die Verkaufspreise am deutlichsten nach oben gesetzt.

Jahresausblick*: Die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist verbesserten sich im Berichtsmonat zum vierten Mal innerhalb der letzten fünf Monate, was den entsprechenden Teilindex auf den zweithöchsten Wert seit Beginn der Erhebung dieser Daten im Juli 2012 steigen ließ. Weiteres Geschäftswachstum versprechen sich die Unternehmen vom guten Konjunkturausblick, neuen Projekten, expansiven Verkaufsstrategien und einer insgesamt weiter anziehenden Exportnachfrage. Die wenigen Stimmen, die von einer eher schlechteren Geschäftslage ausgehen, befürchten steigende Kosten, die wegen des Wettbewerbes nicht an die Kunden weitergegeben werden können bzw. eine Korrektur an der Börse und danach verhaltenere Umsätze.


 

Deutsche Industrie schaltet im März noch einen Gang höher

Frankfurt/Main, 05.04.2017: Zum Ende des ersten Quartals 2017 hat die deutsche Industrie noch einen Zahn zugelegt. Dank des stärksten Zuwachses beim Auftragseingang seit knapp sechs Jahren wurde die Produktion so stark hochgefahren wie zuletzt vor über drei Jahren. Das signalisiert der saisonbereinigte Markit / BME Einkaufsmanager Index (EMI), der im März bereits zum vierten Mal hintereinander zulegte und mit aktuell 58,3 Punkten (Februar: 56,8) den höchsten Wert seit April 2011 erreichte. Der wichtige Indikator für die gesamte deutsche Wirtschaft spiegelt das Ergebnis der März-Umfrage zur Konjunkturlage des Produzierenden Gewerbes in einem Wert wider. Danach verzeichnet die deutsche Industrie nun schon seit 28 Monaten ununterbrochen Wachstum – das ist der zweitlängste zusammenhängende Zeitraum seit Umfragebeginn im Jahre 1996.

„Die robusten EMI-Daten lassen unsere Einkäufer weiter optimistisch in die Zukunft blicken. Sorge bereitet uns dagegen der anhaltende und sich beschleunigende Anstieg der Einkaufspreise“, betonte Dr. Silvius Grobosch, Mitglied des geschäftsführenden Bundesvorstandes des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), am Mittwoch in Frankfurt.

„Fast schon euphorisch scheint die aktuelle Stimmung der deutschen Industrie laut jüngstem EMI zu sein. Dies korrespondiert mit der Entwicklung an den Aktienmärkten“, sagte Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, am Mittwoch dem BME. Der DAX nähere sich seinem historischem Höchststand. „In unserem Basisszenario gehen wir davon aus, dass der deutsche Leitindex Spielraum bis 12.500 Indexpunkte hat. Ein deutlich höheres Niveau wäre nur gerechtfertigt, wenn auch der EMI in den nächsten Wochen in weitere luftige Höhen vorstoßen würde. Dies erachten wir aber als eher unwahrscheinlich. Aber selbst in unserem Basisszenario wird das Wachstum in Deutschland mit rund 1,5 Prozent weiterhin dynamisch bleiben und der Arbeitsmarkt sich ebenfalls verbessern“, so die Helaba-Bankdirektorin. Konjunkturell laufe es also rund – trotz oder aufgrund von Donald Trump? Diesbezüglich bestünden jedoch erhebliche Risiken. Insbesondere da er eher wie eine „lame duck“ agiere und weniger als der große „Dealmaker“. Die Rückschlagsgefahren stiegen somit an, teilte Traud dem BME abschließend mit.

Nach Ansicht von Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, ist „die Stimmung in den Unternehmen weiterhin gut. Wir sollten uns im Jahresverlauf aber auch wieder einmal auf eine Abkühlung einstellen“, sagte Kater am Mittwoch dem BME.

„Der Aufschwung kräftigt sich. In diesem Jahr sind 1,6 Prozent Wachstum realistisch“, kommentierte DIHK-Konjunkturexperte Dr. Dirk Schlotböller die aktuellen EMI-Daten. Während Bau und Konsum weiter gut liefen, gewinne die Industrie zunehmend an Stärke. Zu Jahresbeginn habe es bereits einen kleinen Exportschub gegeben und die Unternehmen erwarteten weiter steigende Ausfuhren. Die Weltwirtschaft wachse „wieder stärker investitions- und exportgetrieben und weniger konsum- und dienstleistungslastig“, so Schlotböller weiter. Davon profitierten deutsche Industrieunternehmen ganz besonders. „Bisher hinterlassen die zahlreichen politischen Risiken daher kaum Spuren in den gut gefüllten Auftragsbüchern der Betriebe“, sagte er am Mittwoch dem BME.

„Die Kapazitäten in der Industrie sind überdurchschnittlich ausgelastet. Die Auftragslage ist gut“, sagte BDI-Konjunkturexperte Thomas Hüne zum März-Ergebnis des Markit / BME Einkaufsmanager Index. Deshalb rechne der BDI mit einem deutlichen Anstieg der Industrieproduktion im ersten Quartal 2017.

Die Entwicklung der EMI-Teilindizes im Überblick:

Industrieproduktion: Die Produktionssteigerungsrate beschleunigte sich zum vierten Mal hintereinander und fiel so stark aus wie zuletzt im Januar 2014. Zum 47. Zuwachs in Folge maßgeblich beigetragen hat laut Befragten vor allem die anziehende Nachfrage im Automobilsektor. Am meisten hergestellt wurde im März im Vorleistungsgüterbereich.

Auftragseingang: Beim Auftragseingang verbuchten die Firmen das höchste Plus seit 71 Monaten. Auch hier vergrößerte sich der Zuwachs den vierten Monat in Folge. Der entsprechende Teilindex notiert aktuell nicht nur zum 28. Mal hintereinander über der neutralen Marke von 50 Punkten, sondern auch deutlich über seinem Langzeit-Durchschnittswert von 52,5 Punkten. Zugelegt hat sowohl die Binnen- als auch die Exportnachfrage.
Beim Auftragseingang von den Exportmärkten, allen voran aus Europa, Asien und den USA, schlug das kräftigste Plus seit Mai 2010 zu Buche. Den höchsten Zuwachs vermeldete der Investitionsgüterbereich. Seit August 2015 hält das Exportwachstum nun schon ununterbrochen an.

Beschäftigung: Der zwölfte Stellenaufbau in Folge fiel so kräftig aus wie zuletzt vor 68 Monaten. Beschäftigungsfördernd wirkten sich vor allem das Geschäftswachstum und der hohe Kapazitätsdruck aus, so die Umfrageteilnehmer.

Einkaufs-/Verkaufspreise: Vor allem wegen der Verteuerung von Stahl und mineralölbasierter Produkte, aber auch infolge des starken Dollars, stiegen die durchschnittlichen Einkaufspreise im März so rasant wie zuletzt im Mai 2011. Seit acht Monaten und damit so lange wie nie zuvor seit Umfragebeginn beschleunigt sich die Inflationsrate nun schon ununterbrochen.
Die Verkaufspreise wurden zwar zum siebenten Mal hintereinander und auch erneut deutlich angehoben, die Erhöhung war jedoch nicht mehr ganz so stark wie zum 68-Monatshoch im Februar. Der entsprechende Teilindex notiert aktuell auf dem zweithöchsten Wert seit Juli 2011.

Jahresausblick*: Besonders wegen der prall gefüllten Auftragsbücher durch die gute Wirtschaftslage blieben die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist auch im März ausgesprochen positiv. Der entsprechende Teilindex notiert auf dem vierthöchsten Wert seit Beginn seiner Berechnung im Juli 2012. Gut 34 Prozent der Befragten zählen aktuell zu den Optimisten, die die Chancen ihres Unternehmens in neuen, innovativen Produkten und einer weiter steigenden Nachfrage sehen. Nur sechs Prozent zeigten sich pessimistisch und verwiesen auf höhere Einkaufspreise und den zunehmenden Wettbewerb.


 

In der deutschen Industrie läuft es rund

Frankfurt/Main, 02.03.2017: Die deutsche Industrie ist im Februar so stark gewachsen wie zuletzt im Mai 2011. Das signalisiert der saisonbereinigte Markit/BME Einkaufsmanager Index (EMI), der im Berichtsmonat gegenüber dem Januar um 0,4 Punkte auf 56,8 zulegte und damit den höchsten Wert seit Mai 2011erreichte. Der wichtige Indikator für die gesamte deutsche Wirtschaft spiegelt das Ergebnis der Februar-Umfrage zur Konjunkturlage des Produzierenden Gewerbes in einem Wert wider. Seit 27 Monaten verzeichnet die deutsche Industrie nun bereits ununterbrochen Wachstum – die längste Phase seit über achteinhalb Jahren. Diesmal trugen alle in die Berechnung des Hauptindexes einfließenden Unterindizes – Auftragseingang, Produktion, Beschäftigung, Lieferzeiten und Vormateriallager – zum Anstieg des PMI bei.

„Trotz drohendem Brexit, anhaltender EU-Krise und einer weiter nur schwer einzuschätzenden US-Administration läuft der deutsche Konjunktur-Motor rund“, betonte Dr. Silvius Grobosch, Mitglied des geschäftsführenden Bundesvorstandes des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), am Donnerstag in Frankfurt. Die Industrie sei weiter intakt. „Das beweisen die aktuellen EMI-Daten. Besonders erfreulich sind die beschleunigten Zuwächse bei Produktion, Auftragseingang, Exportneugeschäft und Einkaufsmenge“, fügte Grobosch hinzu.

„Laut EMI läuft es richtig rund in der deutschen Industrie, von säkularer Stagnation kann keine Rede sein. Es stellt sich vielmehr die Frage, ob die stark gestiegenen Einkaufspreise nur auf einen Basiseffekt zurückzuführen oder vielmehr der Indikator für eine dauerhaft anziehende Inflation sind“, sagte Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, am Donnerstag dem BME. Von deflationären Tendenzen könne nach Ansicht der Helaba-Bankdirektorin aber auf keinem Fall mehr die Rede sein. Somit sollte die EZB den Ausstieg aus der extrem expansiven Geldpolitik mit Anleihekäufen und negativen Zinsen vorbereiten. „Denn die Erfahrung aus anderen, wenn doch vergleichbaren, Bereichen lehrt: Ist die Zahnpasta bereits aus der Tube, ist es zu spät“, betonte Traud abschließend.

Nach Ansicht von Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, „kristallisiert sich langsam heraus, dass die politischen Bedrohungen der deutschen Konjunktur durch die neue US-Administration beherrschbar sind“. Wenn sich „uns jetzt nicht in Europa ein politischer Eisberg entgegenstellt, dann läuft die Konjunktur in diesem Jahr sehr solide und stetig weiter“, sagte Kater am Donnerstag dem BME.

„Das Jahr startet wirtschaftlich höchst erfreulich. Die aktuellen politischen Risiken schlagen sich bisher nicht in den Geschäften der deutschen Industrie nieder“, kommentierte DIHK-Konjunkturexperte Dr. Dirk Schlotböller die aktuellen EMI-Daten. Die Nachfrage aus dem Inland sei weiterhin hoch und das Ausfuhrgeschäft ziehe an. Dies deute darauf hin, dass sich der Welthandel trotz der hohen Unsicherheit, insbesondere mit Blick auf den wirtschaftspolitischen Kurs der US-Regierung und den Brexit, vorerst erhole. Die stärkere Weltkonjunktur gehe zwar mit steigenden Energie- und Rohstoffpreisen einher, höhere Materialkosten ließen sich in einem besseren konjunkturellen Umfeld zumindest aber auch leichter überwälzen. „Insgesamt rechnen wir in diesem Jahr mit einem Wachstum von 1,6 Prozent“, sagte Schlotböller am Donnerstag dem BME.

Die Entwicklung der EMI-Teilindizes im Überblick:

Industrieproduktion: Die 46. Produktionssteigerung in Folge fiel im Februar so kräftig aus wie zuletzt im Januar 2014. Ausschlaggebend hierfür waren laut Befragten neben den Auftragszuwächsen auch Produktneueinführungen, Neukunden und die jüngsten Kapazitätsausweitungen. Spitzenreiter in dieser Kategorie wer der Investitionsgüterbereich.

Auftragseingang: Beim Auftragseingang verbuchten sowohl Global Player als auch KMU das höchste Plus seit 37 Monaten. Seit Dezember 2014 notiert der Teilindex nun bereits über der neutralen 50er-Marke, in den vergangenen drei Monaten hat er jedes Mal zugelegt. Angezogen hat nicht nur die Binnennachfrage, sondern auch vom Ausland, allen voran aus Europa und Asien.
Nachdem die Exportnachfrage im Schlussquartal 2016 leicht nachgelassen hatte, zog sie im Februar zum zweiten Mal hintereinander an und fiel so kräftig aus wie zuletzt im Januar 2014. Stark gefragt waren die Industrieerzeugnisse diesmal in Europa und Asien, besonders in Großbritannien und in China.

Beschäftigung: Der elfte Stellenaufbau in Folge fiel zwar etwas schwächer aus als zum 65-Monatshoch im Januar, er blieb wegen des starken Auftragseingangs und weiterer Expansionspläne jedoch ausgesprochen robust. Der entsprechende Teilindex notiert aktuell auf dem dritthöchsten Wert seit September 2011.

Einkaufs-/Verkaufspreise: Die Einkaufspreise legten so rasant zu wie seit dem Frühjahr 2011 nicht mehr, und dies hauptsächlich wegen der Verteuerung von Metallen und mineralölbasierter Produkte. Seit seinem 79-Monatstief im Februar 2016 ist der Teilindex jeden Monat gestiegen – so lange wie nie zuvor seit Umfragebeginn im April 1996.
Die Verkaufspreise wurden nicht nur zum sechsten Mal hintereinander angehoben, die Erhöhung fiel diesmal sogar so stark aus wie seit Juni 2011 nicht mehr. Gut 17 Prozent der Unternehmen gaben an, vor allem die gestiegenen Rohstoffpreise an ihre Kunden weitergegeben zu haben.

Jahresausblick*: Die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist fielen zwar nicht mehr ganz so optimistisch aus wie zum Drei-Jahreshoch im Januar, der Index notiert aktuell jedoch noch immer auf dem zweithöchsten Wert seit Jahresbeginn 2014. Mit zum guten Ausblick beigetragen haben die Einführung neuer Produkte, die Erschließung neuer Märkte und der generelle Konjunkturaufschwung.

*IHS Markit hat am 1. Februar 2017 erstmals für die deutsche Industrie den EMI-Teilindex „Jahresausblick“ veröffentlicht. Dieser Wert spiegelt die Geschäftsaussichten der 500 EMI-Umfrage-Teilnehmer wider und wird alle vier Wochen aktualisiert.


 

Deutsche Industrie dank gut gefüllter Auftragsbücher in Sektlaune

Frankfurt/Main, 03.02.2017: Beschleunigte Zuwächse bei Produktion, Auftragseingang und Beschäftigung haben dafür gesorgt, dass die deutsche Industrie mit Schwung ins neue Jahr gestartet ist. Das signalisiert der saisonbereinigte Markit/BME Einkaufsmanager Index (EMI), der im Januar 2017 gegenüber dem Vormonat um 0,8 Punkte auf 56,4 zulegte und damit ein Dreijahreshoch erreichte. Der wichtige Indikator für die gesamte deutsche Wirtschaft spiegelt das Ergebnis der Januar-Umfrage zur Konjunkturlage des Produzierenden Gewerbes in einem Wert wider. „Die erneut positiv ausgefallenen EMI-Daten sind ein Beleg für die anhaltende Robustheit der deutschen Konjunktur“, betonte Dr. Silvius Grobosch, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), am Freitag in Frankfurt. Sie zeigten zudem, „dass insbesondere unsere Industriebetriebe den zahlreichen internationalen Krisenherden erfolgreich trotzen“. Im Auge behalte man die anziehenden Einkaufspreise, die von den steigenden Rohstoffpreisen befeuert werden.

„Die Stimmung in der deutschen Industrie ist zum Jahresbeginn laut EMI sehr gut. Durch alle Branchen hinweg zeichnet sich ein Aufschwung ab“, sagte Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, am Freitag dem BME. Dies gelte auch für die anderen großen Industrienationen. Selbst in Großbritannien habe die Brexit-Entscheidung in der Industrie noch keine Spuren hinterlassen – im Gegensatz zum Immobilienmarkt in London. Die britische Industrie profitiere von der Pfund-Abwertung und der hohen Nachfrage aus anderen Ländern. „Bei einer anziehenden Inflation und einer starken Nachfrage wäre jetzt die Zeit für die EZB, sich aus der unkonventionellen Geldpolitik zu verabschieden. Der EZB-Präsident hat aber schon deutlich gemacht, dass er dies nicht vorhat“, betonte die Helaba-Bankdirektorin. Offensichtlich übernehme die Geldpolitik andere als in den Verträgen von Maastricht vorgesehen Aufgaben. Dies helfe aber weder den hoch verschuldeten Staaten, da die Anreizfunktion für solide Finanzen verloren gehe, noch der EZB selbst. „Denn dies schwächt das Vertrauen in die Institution“, so Traud abschließend.

Nach Ansicht von Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, „lässt sich die deutsche Wirtschaft nicht bange machen. Selbst die lauten Töne des neuen US-Präsidenten können die Ausblicke der deutschen Unternehmen nicht nachhaltig eintrüben.“ Solange die deutsche Volkswirtschaft in den Verbund des europäischen Binnenmarktes eingebettet sei, könnten protektionistische Drohungen aus den USA nicht schrecken. Denn die US-Administration wisse, dass Gegenmaßnahmen der Europäischen Union die US-Wirtschaft empfindlich treffen könnten. „Das Drohpotenzial Europas ist wesentlich höher als das jedes einzelnen europäischen Landes allein“, sagte Kater am Freitag dem BME.

Die Entwicklung der EMI-Teilindizes im Überblick:

Industrieproduktion: Der Teilindex stieg im Januar auf ein 33-Monatshoch. Aufgrund der starken Nachfrage weiteten mehr als ein Drittel der Umfrageteilnehmer ihre Produktion gegenüber dem Vormonat aus. Bereits seit Mitte 2016 notiert der Teilindex auf hohem Niveau und kennzeichnet damit kräftiges Produktionswachstum.

Auftragseingang: Beim Auftragseingang verbuchten sowohl Global Player als auch KMU das höchste Plus seit drei Jahren. Vor allem im Automobilsektor zog die Nachfrage an. Laut Umfrageteilnehmer trug besonders die Einführung neuer Produkte in den jeweiligen Sektoren zum Auftragszuwachs bei. Die Investitionsgüterhersteller hatten insgesamt die Nase vorn, doch auch im Konsum- und Vorleistungsgüterbereich legte der Ordereingang zu.
Der Zuwachs bei den Exportbestellungen fiel wieder stärker aus als in den drei Vormonaten. Vor allem aus China, Russland und der Europäischen Union seien besonders zahlreiche Neuaufträge eingegangen, so die Befragten. Am höchsten fiel das Plus auch hier im Investitionsgüterbereich aus.

Beschäftigung: Vor dem Hintergrund der anhaltend starken Nachfrage sahen sich die Unternehmen veranlasst, die Personalkapazitäten kräftig aufzustocken. Folglich fiel der Stellenaufbau so stark aus wie seit nahezu fünfeinhalb Jahren nicht mehr. Zu Neueinstellungen kam es bei über 17 Prozent der befragten Unternehmen, und zwar hauptsächlich im Investitionsgüterbereich.

Einkaufs-/Verkaufspreise: Infolge der Verteuerung von Rohstoffen, darunter Stahl und Öl, sowie von Energie beschleunigte sich der Anstieg der Einkaufspreise im Januar nochmals. Der entsprechende saisonbereinigte Teilindex kletterte auf den höchsten Wert seit Mai 2011.

Die fünfte Erhöhung der Verkaufspreise in Folge fiel so kräftig aus wie seit fünfeinhalb Jahren nicht mehr. Verantwortlich für die deutliche Anhebung waren den Einkaufsmanagern zufolge die höheren Rohstoffpreise. Am kräftigsten stiegen die Kosten im Vorleistungsgüterbereich.

Jahresausblick*: Der gute Konjunkturverlauf sorgte bei den Industrieunternehmen dafür, dass die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist im Januar auf den höchsten Wert seit drei Jahren gestiegen sind. Mit zur guten Stimmung bei knapp 39 Prozent der Befragten beigetragen haben vor allem die anziehende Nachfrage, der Online-Handel, die Einführung neuer Produkte und Akquisitionen.

*IHS Markit hat am 1. Februar 2017 erstmals für die deutsche Industrie den EMI-Teilindex „Jahresausblick“ veröffentlicht. Dieser Wert spiegelt die Geschäftsaussichten der 500 EMI-Umfrage-Teilnehmer wider und wird alle vier Wochen aktualisiert.


 

Deutsche Industrie verabschiedet sich mit Schwung von 2016

Frankfurt/Main, 05.01.2017: Die deutsche Industrie hat im Dezember 2016 einen fulminanten Schlussspurt hingelegt. Das zeigt der finale saisonbereinigte Markit/BME Einkaufsmanager Index (EMI), der binnen Monatsfrist um 1,3 Punkte auf 55,6 zulegte und damit ein 35-Monatshoch erreichte. Der Durchschnittswert für das vierte Quartal 2016 fällt mit 55,0 so gut aus wie seit knapp drei Jahren nicht mehr. Produktion und Auftragseingang lieferten im Dezember die Hauptwachstumsimpulse. So notiert der Teilindex Neuaufträge aktuell fast wieder auf dem Rekordhoch der zurückliegenden 25 Monate seit Beginn der Auftragszuwächse. Die anziehende Nachfrage veranlasste sowohl Global Player als auch KMU, ihre Produktion mit beschleunigter Rate hochzufahren – und das so stark wie zuletzt im Juli 2016.

„Angesichts der robusten EMI-Dezember-Daten gehen wir mit Zuversicht ins neue Jahr“, betonte Dr. Christoph Feldmann, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), am Donnerstag in Frankfurt. Es gebe vielversprechende Anzeichen dafür, dass sich das Wirtschaftswachstum 2017 fortsetzen werde.

„2016 verabschiedete sich schwungvoll. Nicht nur der deutsche Aktienmarkt legte zum Spurt an, auch der EMI nahm Fahrt auf“, sagte Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, am Donnerstag dem BME. Allen Unkenrufen zum Trotz gehe es der deutschen Wirtschaft gut. Mit dem Aktienmarkt und dem EMI deuten beide Indikatoren darauf hin, dass das auch 2017 so weitergehen werde. Die Weltkonjunktur laufe und sollte sich auch durch die politischen Unsicherheiten aufgrund des vollen Wahlkalenders nicht nachhaltig stören lassen. Traud: „So ist davon auszugehen, dass 2017 ebenfalls dynamisch bleibt und die deutsche Wirtschaft weiterhin über Potenzial wachsen wird.“

Nach Ansicht von Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, „beginnt das neue Wirtschaftsjahr gut“. Der Schwung aus dem alten Jahr halte an, insbesondere auf den deutschen Exportmärkten. „Aber auch ein weiteres Thema wird sichtbar, das uns im Jahresverlauf weiter beschäftigen könnte: Die Preise für Industriegüter steigen weltweit an. Zurzeit kommt das hauptsächlich aus den Energiepreisen, aber die Finanzmärkte werden genau hinschauen, ob sich hieraus mehr Inflation ergibt“, sagte Kater am Donnerstag dem BME.

„Die deutsche Wirtschaft zieht nach einer Flaute im dritten Quartal zum Jahresende nochmal deutlich an“, kommentierte DIHK-Konjunkturexperte Dr. Dirk Schlotböller die aktuellen EMI-Daten. Diese nährten die Hoffnung, dass der Nachholbedarf an Investitionen in den USA sich langsam löse und damit auch die US-Nachfrage nach deutschen Exportprodukten wieder etwas anziehe. Am konsumgetriebenen Wachstum des vergangenen Jahres hätten hiesige Exporteure kaum teilhaben können. „Die Energiepreise verlieren hingegen ihre entlastende Wirkung auf die Konjunktur. Hinzu kommen hausgemachte Preissteigerungen im Energiebereich. Enttäuschend ist die nachlassende Dynamik bei der Beschäftigung. Ursache sind auch wachsende Sorgen der Betriebe um die Fachkräftesicherung, sagte Schlotböller am Donnerstag dem BME.

Die Entwicklung der EMI-Teilindizes im Überblick:

Industrieproduktion: Die Produktion wurde im Dezember wieder stärker hochgefahren als in den vier Vormonaten, was ein ausgesprochen gutes zweites Halbjahr 2016 abrundete. Im ersten Quartal hatte das Produktionswachstum noch kurzzeitig geschwächelt. Ausschlaggebend für den guten Dezemberwert waren die anziehende Binnen- und Exportnachfrage, insbesondere aus den USA und Asien.

Auftragseingang: Analog zur Produktion wies auch der EMI-Teilindex Auftragseingang ein Sechsmonatshoch aus. Besonders kräftig angezogen hat die Nachfrage im Vorleistungs- und Investitionsgüterbereich.
Der Zuwachs bei den Exportbestellungen fiel zwar schwächer aus als zuletzt, der entsprechende Teilindex notiert jedoch noch immer über dem Durchschnittswert der zurückliegenden 17 Monate seit Beginn der anziehenden Auslandsnachfrage. Die Neuaufträge stammten diesmal vor allem aus Asien, Europa und den USA.

Beschäftigung: Der neunte Beschäftigungsaufbau in Folge fiel zwar schwächer aus als in den drei Vormonaten, er blieb jedoch stärker als im bisherigen Gesamtjahresdurchschnitt. Bei zahlreichen Unternehmen in allen drei Hauptbereichen der deutschen Industrie wurden die operativen Kapazitäten vorsorglich aufgebaut, um für das nächste Jahr gerüstet zu sein.

Einkaufs-/Verkaufspreise: Der Kostendruck nahm im Dezember drastisch zu. So beschleunigte sich der Anstieg der Einkaufspreise zum fünften Mal hintereinander und fiel so kräftig aus wie zuletzt im Juni 2011. Knapp 27 Prozent der Umfrageteilnehmer führten den Kostenauftrieb auf die Verteuerung von Rohstoffen (vor allem Öl und Stahl) und auf den im Vergleich zum Dollar abgeschwächten Euro zurück.
Die vierte Erhöhung der Verkaufspreise in Folge fiel im Dezember so stark aus wie seit knapp fünfeinhalb Jahren nicht mehr. Verantwortlich für die deutliche Anhebung der Verkaufspreise war den Befragten zufolge der enorm beschleunigte Anstieg der Einkaufspreise.


 

Deutsche Wirtschaft bleibt auf Wachstumskurs

Frankfurt/Main, 02.12.2016: Die deutsche Konjunktur erweist sich auch zum Ende des Jahres in erstaunlich robustem Zustand. Trotz des leichten Rückgangs des saisonbereinigten Markit/BME Einkaufsmanager Indexes (EMI) von 55,0 Punkten im Oktober auf 54,3 im November ist die deutsche Wirtschaft klar auf Wachstumskurs geblieben. Der bisherige EMI-Jahresdurchschnittswert von 53,0 Punkten wurde ein weiteres Mal markant überschritten. Der wichtige Wirtschaftsindikator notiert nun schon seit 23 Monaten ununterbrochen über der neutralen Marke von 50 Punkten, ab der Wachstum angezeigt wird.

„Die Industrieproduktion konnte auch im November noch einmal zulegen, auch wenn das Plus im Vergleich zum Vormonat etwas geringer ausfiel“, betonte Dr. Christoph Feldmann, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), am Freitag in Frankfurt. An der guten Performance des EMI zeige sich, dass die deutsche Wirtschaft den zahlreichen internationalen Krisen weiter erfolgreich trotzt.

„Im November hat der EMI zwar leicht nachgegeben. Gemessen an den Unsicherheiten im Umfeld der US-Präsidentschaftswahl ist der Rückgang allerdings sehr verhalten ausgefallen“, sagte Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, am Freitag dem BME. Die Industriekonjunktur in Deutschland sei weiterhin intakt. „Mit Blick auf die USA gehen wir davon aus, dass das Amt die Person prägen wird, so dass viele der Wahlkampfansagen von Trump nicht umgesetzt werden. Allerdings ist auch nicht mit einem massiven Ausgabenprogramm und einem kräftigen konjunkturellen Impuls zu rechnen. Dies würde der Kongress nicht mittragen“, fügte die Helaba-Bankdirektorin hinzu. Mit einer Rate von 2,2 Prozent werde sich das Wachstum in den Vereinigten Staaten im Vergleich zum laufenden Jahr (1,6 Prozent) allerdings leicht beschleunigen. Auch in Deutschland sei mit einem fortgesetzten Wachstum oberhalb des Potenzials zu rechnen. Traud abschließend: „2016 erwarten wir eine Rate von 1,5 Prozent.“

Nach Ansicht von Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, „wird es ein gutes Schlussquartal für die deutsche Wirtschaft – Trump hin, Brexit her“. Dabei dürfte der private Konsum wieder einmal eine tragende Rolle spielen, was durch ein gutes Weihnachtsgeschäft seinen symbolischen Ausdruck finden dürfte. „Der Superstar unter den Branchen ist aber die Bauwirtschaft, deren Lagebeurteilung auf Rekordniveau ist und deren Geschäftserwartungen am Allzeithoch kratzen“, sagte Kater am Freitag dem BME.

„Das Wachstum in Deutschland verliert an Dynamik. Der Aufschwung bleibt vor allem konsumgetrieben“, kommentierte DIHK-Konjunkturexperte Dr. Dirk Schlotböller die aktuellen EMI-Daten. Die Auftragseingänge im Investitionsgütersegment kommen seiner Ansicht nach auch im November nicht in Schwung. 2017 dürfte es insgesamt wohl nur für 1,2 Prozent Wachstum reichen. Immerhin scheine in Russland die Talsohle allmählich durchschritten – die deutschen Unternehmen vor Ort seien zumindest vorsichtig optimistisch. Dort trage die Stabilisierung der Rohstoffpreise zur Bodenbildung bei. „In China stützen derzeit vor allem staatliche Fördermaßnahmen die Konjunktur, während strukturelle Probleme wie Überkapazitäten und die geringe Produktivität in einigen Branchen bestehen bleiben“, sagte Schlotböller am Freitag dem BME.

Die Entwicklung der EMI-Teilindizes im Überblick:

Industrieproduktion: Aufgrund des erneut kräftigen Auftragsschubs wurde die Produktion – wie bereits seit Mai 2013 – auch im November ausgeweitet; diesmal jedoch nicht mehr ganz so stark wie in den zurückliegenden fünf Monaten.

Auftragseingang: Trotz geringfügiger Abschwächung gegenüber Oktober fiel der Auftragszuwachs sowohl bei Global Playern als auch bei KMU im November erneut höher aus als im bisherigen Jahresdurchschnitt. Im Konsum- und Vorleistungsgüterbereich verbuchten die Unternehmen jeweils ein solides, im Investitionsgüterbereich dagegen ein eher moderates Plus.
Die Auslandsnachfrage blieb im Berichtsmonat recht kräftig. Die Steigerungsrate fiel erneut höher aus und lag über dem Durchschnitt der seit 16 Monaten anhaltenden Wachstumsphase. Neuaufträge kamen vor allem aus China und Russland.

Beschäftigung: Trotz der Abschwächung gegenüber Oktober war der achte Jobaufbau in Folge einer der stärksten der vergangenen fünf Jahre. Begründet wurde der erneut kräftige Stellenaufbau mit der guten Auftragslage und Kapazitätserweiterungen.

Einkaufs-/Verkaufspreise: Die Inflationsrate schoss im November in die Höhe und fiel so stark aus wie zuletzt vor fast fünf Jahren. Verantwortlich hierfür waren laut EMI-Umfrage-Teilnehmern die Verteuerung von Rohstoffen (vor allem für Aluminium und Stahl) sowie Währungseffekte. Bei knapp 19 Prozent der Befragten legten die Einkaufspreise zu, und nur bei knapp sechs Prozent sanken sie.
Die dritte Erhöhung der Verkaufspreise in Folge fiel im November wieder etwas schwächer aus als im Oktober und war insgesamt nur moderat. Diejenigen Firmen, die ihre Verkaufspreise anhoben, beabsichtigten damit vor allem, die gestiegenen Einkaufspreise an ihre Kunden weiterzugeben.


 

EMI: Industrie wuchs im Oktober so stark wie seit Anfang 2014 nicht mehr

Frankfurt/Main, 03.11.2016: Die deutsche Industrie hat im Oktober noch einmal einen Zahn zugelegt und ist so kräftig gewachsen wie seit Anfang 2014 nicht mehr. Sie profitierte vor allem von dem enormen Auftragsschub. Das bestätigt der finale saisonbereinigte Markit/BME Einkaufsmanager Index (EMI), der gegenüber September um 0,7 Punkte auf 55,0 angestiegen ist. Damit notiert der Index seit fast zwei Jahren ununterbrochen über der neutralen Marke von 50 Punkten, ab der Wachstum angezeigt wird.

„Die deutsche Wirtschaft hat im Oktober nach der leichten Wachstumsdelle in den beiden Vormonaten wieder deutlich mehr PS auf die Straße gebracht. Damit dürften alle diejenigen widerlegt sein, die bereits eine ernsthafte Konjunktur-Abkühlung prognostiziert hatten“, betonte Dr. Christoph Feldmann, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), am Donnerstag in Frankfurt.

„Der EMI setzt seinen Aufwärtstrend auch im Oktober fort. Weder das Brexit-Votum noch die Unsicherheit über die Präsidentschaftswahl in den USA konnten ihm bislang etwas anhaben“, sagte Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, am Donnerstag dem BME. Dies sei eine gute Indikation für die deutsche Industrie. „Vielleicht kommen jetzt die Investitionen in Schwung, die sich bislang im Vergleich zu früheren Zyklen nur unterdurchschnittlich entwickelt haben. So sehen wir optimistisch ins Jahr 2017. Der Konsum sowie der Wohnungsbau laufen sowieso schon gut“, fügte die Helaba-Bankdirektorin abschließend hinzu.

Nach Ansicht von Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, „hebt die deutsche Industrie inzwischen regelrecht ab und verlässt den Erwartungskorridor nach oben“. Besonders erfreulich sei, dass die Unternehmen wieder von einer stärkeren Auslandsnachfrage berichten. Rein rechnerisch signalisiere der Anstieg des Industrie-Einkaufsmanager-Index ein gesamtwirtschaftliches Wachstum im vierten Quartal von 0,9 Prozent. „Selbst wenn dies etwas zu optimistisch erscheint und die kommenden Stimmungsindikatoren wieder nach unten korrigieren, sind das erfreuliche Konjunkturaussichten für den Rest dieses Jahres“, sagte Kater am Donnerstag dem BME.

„Die Produktionssteigerung im Oktober spricht noch für einen goldenen Herbst. Neue Dynamik für die künftige Entwicklung ist jedoch nicht zu erkennen“, kommentierte Sophia Krietenbrink, Leiterin des Referats Konjunktur, Wachstum, Unternehmensbefragungen im Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK), die aktuellen EMI-Daten. Die Auftragseingänge aus dem In- wie Ausland entwickelten sich insgesamt verhalten – trotz der erfreulich starken Nachfrage aus den USA. „Für die deutliche Anhebung der Verkaufspreise dürften auch Kostensteigerungen durch höhere Energie- und Rohstoffpreise verantwortlich sein“, sagte Krietenbrink am Donnerstag dem BME.

Die Entwicklung der EMI-Teilindizes im Überblick:

Industrieproduktion: Die Produktionssteigerungsrate war im Oktober eine der höchsten seit zweieinhalb Jahren. Den Ausschlag hierfür gab vor allem die anziehende Binnen- und Exportnachfrage.

Auftragseingang: Der 23. Auftragszuwachs in Folge fiel bei Global Playern und KMU genauso robust aus wie im September. Die meisten Neuaufträge verbuchte diesmal der Vorleistungsgüterbereich, doch auch die Konsum- und Investitionsgüterhersteller vermeldeten ein sattes Plus.
Die Auslandsnachfrage nach deutschen Industrieerzeugnissen blieb im Oktober ausgesprochen hoch. Unter den zahlreichen Ländern und Regionen, die neue Aufträge vergaben, ragten diesmal besonders Asien und die USA hervor.

Beschäftigung: Der Beschäftigungsaufbau fiel im Oktober so stark aus wie seit über fünf Jahren nicht mehr. So wurden bei knapp 20 Prozent der befragten Unternehmen neue Arbeitsplätze geschaffen – insbesondere im Investitionsgüterbereich. Doch auch im Konsum- und Vorleistungsgüterbereich stiegen die Job-Zahlen.

Einkaufs-/Verkaufspreise: Teurer gewordene Einstandsmaterialien wie beispielsweise Rohöl und Stahl ließen die durchschnittlichen Einkaufspreise im Oktober zum vierten Mal hintereinander steigen. Obwohl der entsprechende Teileindex den höchsten Wert seit nahezu anderthalb Jahren erreichte, blieb der Kostenanstieg im historischen Vergleich moderat.
Die zweite Anhebung der Verkaufspreise in Folge fiel so kräftig aus wie zuletzt Anfang 2014. Laut Umfrage wurden die höheren Kosten diesmal von vielen Unternehmen an ihre Kunden weitergegeben.


 

Der Markit/BME Einkaufsmanager Index liegt bereits den 22. Monat über der 50-Punkte-Wachstumsmarke

Frankfurt, 06.10.2016: Der deutsche Industriesektor ist im September wieder stärker gewachsen als in den beiden Vormonaten. Das signalisiert der finale saisonbereinigte Markit/BME Einkaufsmanager Index (EMI), der binnen vier Wochen um 0,7 Punkte auf 54,3 zulegte und damit bereits den 22. Monat in Folge über der neutralen Wachstumsmarke von 50 Punkten notiert. Der Durchschnittswert für das dritte Quartal 2016 fällt mit 53,9 Punkten zudem so gut aus wie seit Anfang 2014 nicht mehr.

Die entscheidenden Wachstumsimpulse gingen im September vom Auftragseingang aus. Hier verbuchten sowohl Global Player als auch KMU das höchste Plus seit zweieinhalb Jahren, nicht zuletzt dank der kräftig anziehenden Auslandsnachfrage vor allem aus Asien und den USA. Der entsprechende Exportorder-Teilindex kletterte sogar auf den höchsten Wert seit Anfang 2014. Folglich wurde die Produktion genauso stark ausgeweitet wie im August. Sowohl im Konsum,- als auch im Vorleistungs- und Investitionsgüterbereich produzierten die Unternehmen mehr als im Vormonat.

„Der erneute Anstieg des EMI zeigt deutlich, dass die deutsche Wirtschaft den zahlreicher werdenden globalen Krisen weiter erfolgreich trotzt. Die Robustheit der Konjunktur lässt uns optimistisch in das 4. Quartal blicken“, betonte Dr. Christoph Feldmann, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), am Donnerstag in Frankfurt.

„Allen Unkenrufen zum Trotz behauptet sich der EMI und kann zuletzt sogar wieder Fahrt aufnehmen. Wir fühlen uns mit unserer optimistischen Prognose des deutschen Bruttoinlandsproduktes in Höhe von 1,8 Prozent in diesem und 1,6 Prozent im nächsten Jahr (jeweils arbeitstäglich bereinigt) bestätigt“, sagte Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, am Donnerstag dem BME. Ganz einfach gesagt heiße das: „Es läuft.“

Nach Ansicht von Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, „wird die Stimmung in der deutschen Wirtschaft gerade von einer Welle des Optimismus in der Weltwirtschaft erfasst. Außer in Asien sind überall in der Welt die Unternehmenslenker besser gelaunt als noch im Sommer.“ Das treffe insbesondere auf die USA zu und damit einen der Haupt-Handelspartner der deutschen Wirtschaft. Es fließe auch wieder mehr Geld in die Schwellenländer, was dort die Konjunktur verbessere. „Insgesamt ein schönes Zwischenhoch im Herbst“, sagte Kater am Donnerstag dem BME.

„Die Konjunktur zeigt sich bemerkenswert robust“, kommentierte DIHK-Konjunkturexperte Dr. Dirk Schlotböller die aktuellen EMI-Daten. Die Auftragslage entwickle sich ordentlich, die Auslandsbestellungen scheinen sich nach der Schwächephase vom Sommer zu fangen. „Die steigende Nachfrage geht auch mit einer Erholung der Preise einher – und das sowohl beim Einkauf als auch beim Absatz“, sagte Schlotböller am Donnerstag dem BME.

Die Entwicklung der EMI-Teilindizes im Überblick:

Industrieproduktion: Aufgrund der anziehenden Nachfrage wurde die Produktion im September mit unverändert hoher Rate ausgeweitet.

Auftragseingang: Die Branchenakteure verbuchten im September einen der höchsten Auftragszuwächse der zurückliegenden zweieinhalb Jahre. Mit zum 22. Anstieg in Folge beigetragen hat auch die kräftig anziehende Auslandsnachfrage.
Die Auslandsbestellungen legten im Berichtsmonat so kräftig zu wie seit über zweieinhalb Jahren nicht mehr. Knapp 30 Prozent der Umfrageteilnehmer profitierten von der generell höheren Exportnachfrage, insbesondere aus Asien und den USA.

Beschäftigung: Der 6. Stellenaufbau in Folge fiel so kräftig aus wie zuletzt Anfang 2012. Begründet wurden die Neueinstellungen in allen drei Hauptbereichen der deutschen Industrie mit den höheren Geschäftsanforderungen.

Einkaufs-/Verkaufspreise: Vor allem wegen der Verteuerung von Rohstoffen (insbesondere Stahl) stiegen die durchschnittlichen Einkaufspreise im September zum dritten Mal hintereinander und so stark wie seit 16 Monaten nicht mehr. Im historischen Vergleich fiel der Anstieg allerdings moderat aus.
Nach dem minimalen Rückgang im August wurden die Verkaufspreise im September wieder geringfügig angehoben. Bei knapp 92 Prozent der Umfrageteilnehmer blieben die Verkaufspreise binnen Monatsfrist jedoch konstant.


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